Glungezer – Rosenjoch – Arztal

oder: auch Wandern im Nebel hat was.

Falls er denn nicht zu dicht ist, so wie an dem heutigen Tag. Das Wetter versprach nicht wirklich viel, aber ich dachte: “Hauptsache kein Regen.” Also ab zur Glungezertalstation. Erst mit dem Sessel bis Halsmarter und dann weiter mit dem Einsersessellift bis Tulfein. Erst da beginnt meine eigentliche Wanderung – obwohl: es war mehr ein “wie schnell schaff’ ich diese Runde”. Dass es aufgrund des Nebels und zusätzlich der ‘Termin’ auf der Arztaler Alm keine Genusstour werden würde, wusste ich ja von Anfang an. Ich hab mir ca. dreieinhalb Stunden vorgeschrieben…..

Hauptsache man sieht die Wegweiser

Hauptsache man sieht die Wegweiser

Den Glungezer kennen wir ja schon und braucht hier nicht näher erwähnt werden. Aufgrund des Nebels wähle ich den Panoramasteig, wenngleich natürlich von Panorama hier jede Spur fehlt – no na…., aber ich wusste nicht wie dicht der Nebel dann wirklich ist und wollte auf der sicheren Seite sein. Mit den Markierungen wurde hier nicht sparsam umgegangen, führt ja hier der München-Venedig-Pfad vorbei und man will ja die Touristen bei jedem Wetter gut durch die Berge bringen.

333 - half evil?

333 – half evil?

Der Nebel (sorry für die ständige Wortwiederholung, aber es gibt kein Ersatzwort für Nebel) hat aber auch etwas für sich, sorgt er doch für eine gewisse Stimmung. Zusätzlich war er auch nicht so dicht, wodurch man zeitweise die Sonne erkennen konnte und blauen Himmel erblicken durfte.

Also mir kommt vor, das sieht aus wie gemalen.

Also mir kommt vor, das sieht aus wie gemalen.

So kommt es auch, dass ich kurz vor dem Gipfel Sonnenstrahlen begrüßen durfte und sogar mich der Jacke entledigte. Das Gipfelbuch auf dem Glungezer müsste mal dringend erneuert werden (same on Kreuzspitze). Bei dieser Frequenz wird es jedoch wahrscheinlich relativ rasch wieder voll sein.

Kein traumhaftes Panorama, dennoch....

Kein traumhaftes Panorama, dennoch….

Ich finde trotzdem noch eine kleine Ecke, in der ich mich verewigen kann. Der Sinn des Gipfelbuches ist ja nicht, dass sich jeder als Dichter oder Maler bemüht, sondern im Falle eines Falles man nachvollziehen kann, wo denn der Wanderer, wann gewesen ist. Falls ich also einen falschen Tritt mache und nie auf der Arztaler Alm angekommen wäre, kann man so feststellen, wo ich mein letztes Lebenszeichen von mich gegeben habe. Aber noch lebe ich, also wieder zurück zum Thema.

3h - na ja....

3h – na ja….

Das Rosenjoch ist gut mit drei Stunden angeschrieben. Von Tulfein bis zum Gipfel habe ich mal eine Stunde benötigt. Angeschrieben: eineinhalb. Also zwei Drittel. Bedeutet: bis zum Rosenjoch zwei Stunden. Man wird sehen. Auf alle Fälle endet hier bald der normale Pfad und es muss ständig Blockgestein überwunden werden, was mich natürlich ein wenig langsamer werden lies. Alles aber kein Problem. Die Markierungen muss man trotz Nebels (schon wieder das Wort) nicht lang suchen. Die Dichtheit hält sich also in Grenzen.

Immer schaut es natürlich nicht so schön aus, aber da mach ich natürlich auch keine Bild.

Immer schaut es natürlich nicht so schön aus, aber da mach ich natürlich auch keine Bild.

Jedenfalls benötige ich bis zur Kreuzspitze 1h 22min. Und weitere 22 Minuten zum Rosenjoch. Dazwischen wird der Nebel (again) ziemlich dicht und man muss schon ein wenig aufpassen, dass man keine Markierung verpasst. Aber viel falsch kann man nicht wirklich machen. Am Rosenjoch angekommen suche ich vergeblich nach einem Schild, das mich ins Arztal leitet. Für meiner einer (kein Tourist) gibt es also keine weitere Beschilderung und auch keine anderweitigen Markierungen. Tja, also was tun? Ich war zwar schon mal auf dem Rosenjoch jedoch bin ich da vom Arztal gekommen und es ist bereits wieder ein Jahr her. Der direkte Weg gen Westen scheint mir nicht einladend auch wenn auf der Karte es genau so verzeichnet ist.

Kompasskartenausschnitt

Na ja, zumindest hat es auf meiner AV-Karte Innsbruck und Umgebung 1:50 000 so ausgesehen. Hier jetzt beim Schreiben des Blogs sieht man eindeutig, dass der Weg vor dem Gipfelkreuz runtergehen würde. Egal, ich entscheide mich etwas Richtung Grünbergspitze zu wandern, um dort dann einen geeigneteren Abstieg zu finden. Anders als im felsigen Karwendel, kann man hier nicht wirklich etwas falsch machen. Es wird nie abschüssig und man kommt nie an so heikle Stellen, dass man wieder hundert Höhenmeter zurück aufsteigen muss. Der Nebel (wie oft jetzt schon?) macht es aber im Allgemeinen nicht leicht die richtige Route zu wählen. Ein Blick zurück zeigt zwar ein vollkommen anderes Bild, talwärts ist jedoch nur Nebel.

wahnsinnig schön

Mit ein paar mal links und ein paar mal rechts schaffe ich auch endlich dort hin zu gelangen und schleiche mich bei ein paar Pferden (hier wirklich unwegsam) vorbei und gelange so auf die Forststraße.

Fast geschafft

Nach drei Gipfeln, drei Zirbenschnapserln und drei Stunden und 55 Minuten habe ich dann die Arztaler Alm erreicht und freue mich schon auf das Essen hier. Aber erst einmal ein alkoholfreies Weizen. Prost….

Fazit:
Wunderschöne Tour über gemütliches Blockwerk. Bei Schönwetter mit Sicherheit tolles Panorama. Um wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen könnte man dies über den Morgenkogel, Meißner Haus, Boscheben, Zirbenweg machen. Dann ist man aber wirklich lang beschäftigt.
Höhenmeter:
läppern sich zusammen und so kommt man doch auf 1.100
Strecke:
Auch das nicht so wenig. Etwas über elf Kilometer
Dauer:
Für die, die nur runter gekurbelt haben und nicht alles gelesen haben, nochmal: knappe 4h mit erhöhter Geschwindigkeit. Also gemütlich ist was anderes :o) Man sollte also noch ca. 2h hinzurechnen, echt….

 

 

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