Glättespitze – ein Versuch

Warum nur ein Versuch? Und wo verdammt nochmal ist überhaupt diese Glättespitze?
Eines nach dem Anderen….
Zuerst einmal der Anfang: Start ist mal in Neder im Stubaital, vor Neutstift, nach Kampl, dort wo es halt ins Pinnistal rein geht. Dieser Start ist so gegen neun Uhr – viel zu spät. Zumindest für das, was wir vorhaben. Wir glauben es aber zu schaffen. Glaube ist alles….

Ich war’s nicht….

Also: Auto abstellen, Räder runter, rauf auf den Sattel. Verdammt ist der Rucksack schwer, haben wir ja alles auch für eine Übernachtung auf der Innsbrucker Hütte dabei. Zwischenziel ist jedoch vorerst mal die Karalm. Bis dahin wird geradelt. Es geht mäßig bergauf, 750 Höhenmeter haben wir vorerst mal vor uns und ein paar Kilometer. Das letzte Stück verliert das mäßige bergauf, aber das ist dann wirklich nur mehr kurz vor der Alm. Dort dann Räder absperren, umziehen, Buttermilch trinken und ab….

Buttermilch auf Karalm

Buttermilch auf Karalm

Also Räder und Radlschuhe bleiben hier. Ballast abwerfen sozusagen. Von weiter Ferne sehen wir eine Fahne. Der Alpenverein macht auf sich aufmerksam. Oder besser gesagt, “man zeigt dem Wanderer, wie weit der Weg noch ist”: 600 Höhenmeter, eine Stunde und fünfzehn Minuten. Gemütliche Wanderung. Wieder Pause. Diesmal alkoholfreies Weizen. Wieder Ballast abwerfen. Alles, was wir ganz sicher nicht auf dem Gipfel brauchen, bleibt hier. Zähne putzen muss ich dort oben nicht.

Innsbrucker Hütte - echt!

Innsbrucker Hütte – echt!

Der Junge, der zur Hütte gehört, sollte uns ein Foto des erst letzten Jahres neu errichteten Gipfelkreuzes zeigen, schlägt die Wirtin vor. Ich winke ab: “das sehe ich ja bald in Original….”. Tja, kommt anders, aber weiter im Text. Also wir wissen, dass wir beim großen Steinmandl rechts abbiegen müssen. Dort machen wir auch Jause und gönnen uns eine Pause – oder umgekehrt. Ein Blick auf die Karte (apemap) lässt mich im Glauben, dass das nicht ganz stimmen kann. Es hieß, dass wir in der Glättegrube rauf müssen. Also entscheiden wir uns weiter zu gehen. Falsch…. also wieder zurück zu den Steinmännern. Etwas über zwanzig Minuten verschissen. Dann begeben wir uns also auf die Suche. Nach Steinmännern….

Man kann es auch übertreiben....

Man kann es auch übertreiben….

Also, wir finden auch welche…. Manchmal…. Ganz überzeugend kommt der “Weg(?)” jedenfalls nicht rüber. Wir haben aber einen sehr guten Instinkt und folgen exakt dem richtigen Verlauf, welcher uns jedoch eigenartig gewählt vorkommt. Rauf, runter, rüber…

Find hier mal ein Steinmandl

Find hier mal ein Steinmandl

Wir schaffen es dann auch recht weit. Ich selbst ein wenig weiter. Während es sich Nina in der Sonne etwas gemütlich macht, mach ich noch rasch ca. 150 Höhenmeter zu einem schönen Aussichtsplateau. Dort baue ich dann…. einen Steinmann.

Mein Steinmann.

Mein Steinmann.

Hier lass ich es dann. Lt. meiner Uhr währen es noch ca. 350 Höhenmeter gewesen, laut Auskunft vom Wirt am nächsten Tag noch 20 Minuten – höchstens 🙂 Meine Uhr sagt aber auch noch etwas anderes: die Zeit. Und die sagt mir: “zurück zur Hütte, sonst gibt’s kein Abendessen”. Es ist 16:00 Uhr und ich rechne mit zwischen drei und vier Stunden, wenn ich den Gipfel mache. Ein anderes mal. Für den Retourweg gehen wir die Diretissima runter zum Stubaier Höhenweg. Warum haben sie den Weg nicht hier rauf gemacht? So eigenartig es auch klingen mag: man spart sich auf dem richtigen Weg sage und schreibe zwölf Höhenmeter. Vielleicht ein wenig mehr, wenn man die Linie etwas anders wählt. Ich kann mich aber auch komplett verrechnet haben und man spart sich…. nix: etwas an Strecke, aber sicher nichts an hm.

Unser gewählter Abstieg. Rechts oben im Bild das Plateau, links davon die Spitze

Unser gewählter Abstieg. Rechts oben im Bild das Plateau, links davon die Spitze

Auf dem Höhenweg wieder angekommen, müssen wir wieder einige Meter bergauf – in Serpentinen. Schaffen wir auch noch. Und zum Schluss, versüßt uns noch ein kleines Murmeltier den Abschluss unserer heutigen Tour.

Direkt neben dem Weg ein süßes kleines Murmele

Direkt neben dem Weg ein süßes kleines Murmele

Ein paar Minuten darauf erreichen wir wieder die Hütte und freuen uns auf ein gutes Abendessen. War wirklich gut, hat aber lang gedauert….
Das Gipfelkreuz hat uns dann der Wirt am nächsten Tag auf seinem Handy gezeigt – wirklich schön.

Fazit:
Wer guten Orientierungssinn hat, Einsamkeit sucht und ein schönes Gipfelkreuz sehen möchte: ja. Ansonsten geht man zum Nachbarn, denn wirklich beeindruckend ist die Tour nicht.

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