Soiernspitze

Es gibt Teile im Karwendel, die ich noch nie besucht habe. Dazu zählt z.b. die Soierngruppe. Die einzige Gruppe des Karwendels, welche vollständig in Bayern (und somit in Deutschland) liegt. Kein Wunder also, dass ich es bis hierher noch nie geschafft habe 😉 Heute war es dann endlich soweit. Ziel war es nicht nur auf einen Gipfel rauf und wieder runter zu gehen, sondern eine schöne Runde zu drehen – wenn es die Zeit und das Wetter erlauben. Und so war es auch….

Start und Zwischenziel

Für diese Unternehmung schnallten wir unsere Räder auf das Auto und fuhren gen Bayern und zwar in das kleine Örtchen Krün. Dort existiert kurz vor der Isar eine Parkmöglichkeit – ein Parkplatz bei dem man nicht zahlen muss. Von dort ging es dann mit dem Rad anfangs gemütlich später dann recht bissig Richtung Soiernhaus. Bei der Fischbachalm glaubt man es dann geschafft zu haben, es geht jedoch erst mal wieder 150 Höhenmeter bergab ehe man die letzten Höhenmeter zur Materialseilbahn des Soiernhauses abstrampelt. Hier parken wir auch unsere Räder, denn weiter geht’s ab dort nur mehr zu Fuß.

Fischbachalm

Bis zur Hütte sind es von hier knappe 250hm, welche wir in einer halben Stunde erledigt haben und uns noch bei einem alkoholfreien Weizen ein Päuschen gönnen. In diesem Moment glauben wir noch nicht, dass wir unsere eigentlich geplante Runde schaffen werden und überlegen uns schon Alternativen. Umsonst, wie sich später herausstellt.

Blick zur Soiernspitze

Unser erstes Zwischenziel in weiter Ferne

Nach einer halben Stunde Rastzeit spazieren wir runter zu den Soiernseen und an ihnen vorbei. Der Weg ist sehr gut markiert und wenn man zurück blickt hat man eine tolle Aussicht auf die Soiernseen und die Hütte.

Man kann's auch übertreiben :)

Man kann’s auch übertreiben 🙂

Anfangs geht es über einen kleinen Wiesenhang hinauf und später dann über etwas schrofiges aber leichtes Gelände weiter bis zu einem Kamm. Alles in allem leichtes Gehgelände und für wirklich jeden machbar.

Kamm zur Soiernspitze

Wir erreichen den Gipfel dann in einer Zeit, die uns sehr zufrieden stellt. Denn ab hier wissen wir: zeitlich geht sich die geplante Runde leicht aus. Also wieder eine halbe Stunde Pause und den Gipfel (so weit möglich) genießen. Als uns dann die Menschen zu viel werden (Ansturm ist hier keiner, dennoch….), beschließen wir unsere Weiterwanderung. Denn Kamm also wieder retour, und dann nicht wieder runter sondern weiter Richtung Westen und somit zur Schöttelkarspitze.

Blick auf die nördliche Karwendelkette

Blick auf die nördliche Karwendelkette

Auf dem Weg nehmen wir bei einem Abstecher noch die reißende Lahnspitz mit. Für diesen Zweck müssen wir kurz den Weg Richtung Norden verlassen. Das ganze Spiel dauert ca. zwanzig Minuten. Der weitere Weg ist abwechslungsreich: anfangs ein schmaler Pfad bei dem es links schrofig runter geht, später dann über grüne Wiesen.

Blick zur Soiernspitze

Blick zur Soiernspitze

Dann kommt sogar ein kleines ausgesetztes Stück, das unter Umständen den ungeübten Bergsteiger mulmige Gefühle bereiten könnte. Das nächste Ziel haben wir ab hier jedoch klar vor unseren Augen: die Schöttelkarspitze.

Schöttelkarspitz

Von hier hat man einen wunderbaren Blick über die gesamte Soiernkette mit seinen blaugrünen Seen in der Mitte.

Soiernkette

Und schon wieder eine halbe Stunde Pause. Was fällt auf? Einfach eine Genusstour 🙂

Genießen

Futtaaaa....

Hier vernichten wir auch den letzten Rest unseres Zirbenschnapserl und langsam wird uns wirklich klar: für eine längere Tour benötigen wir einen größeren Flachmann 🙂
Jetzt geht es wieder bergab und wir freuen uns schon auf ein erfrischendes Bad in den Soiernseen.

Kühles Nass

Danach noch Kaffee und Kuchen auf der Soiernhütte und dann Abstieg zu unseren Rädern. Das Stück, das wir zuvor bergab rollen haben lassen (von der Fischbachalm), ist nicht sonderlich mühsam und gleich geschafft und von da an einfach nur heim gleiten mit einem Lächeln im Gesicht und dem tollen Gefühl einen wunderbaren Tag erlebt zu haben.

Panorama der Gipfel

 

Fazit: kein Fazit. Einfach nur machen, genießen und die Seele baumeln lassen und das sonst so karge Karwendel mal von seiner gemütlichen Seite kennen lernen.
Höhenmeter und Zeit: echt…. vergiss es. Aber wenn es trotzdem wer wissen will: mit dem Rad sind’s ca. 9km und 600hm. Die gesamte Überquerung (vom Raddepot gerechnet): 12km und nicht ganz 1.300 hm. Die Zeit ist relativ und für diese Tour spielt sie keine Rolle!

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