Schientalkopf – Ahrntal

Diesmal haben wir ein Tourenwochenende geplant. Ziel hierfür ist das Ahrntal – genauer der Ort Kasern. Ausgangpunkt dort das Berghotel Kasern. Bei der Hinfahrt sind wir ein wenig verunsichert, was die Menge an Schnee angeht, doch je höher wir kommen umso sicherer sind wir: “das wird schon was werden”. Am selben Abend (wir sind am Vortag angereist) setzt auch Schneefall ein, welches dann doch etwas verspricht. Während alle Tourengeher die Nordhänge wählen um die paar Zentimeter Pulver ausnützen zu können entscheiden wir uns für einen Südhang – wir wollen Firn.

Richtungsweiser

Start ist jedenfalls das Berghotel Kasern. Das Wetter schaut gut aus und wir sind zuversichtlich, was unsere heutige Tour angeht. Erst einmal gegen Osten auf der Langlaufloipe entlang ehe es dann links abbiegt. Als wir diese Abzweigung nehmen haben wir uns an das Schild und die Skispuren gehalten, sind jedoch nach einiger Zeit etwas verunsichert, ob es nicht doch etwas noch geradeaus gegangen wäre. Erst die Analyse im Nachhinein hat gezeigt, dass wir vollkommen richtig waren.

Langlaufloipe

Die Schneedecke lässt etwas zu wünschen über und auch die Spuren sind schwer erkennbar, da sie vom Wind, der gerade sein Bestes gibt, ziemlich verweht sind. Wir hoffen auf Windstille und dass wir doch den richtigen Pfad eingeschlagen haben. Nach kurzer Beratung und Kontrolle auf apemap wissen wir, dass wir nicht ganz falsch sein können.

Wind

Ganz schön windig

Und als wir die Obere Tauernalm streifen, wissen wir wirklich das alles passt. Zwei Skitourengeher sind auch gerade bereits beim Abfahren. Firn ist das jedoch mit Sicherheit noch keiner. Wir versuchen die optimale Spur zu finden und bemerken bald, dass wir unsere eigene machen müssen, denn außer die zwei Abfahrer ist keine Menschenseele unterwegs und ihre Spur vermissen wir hier leider. Ein quasi Zwischenziel haben wir jedoch klar vor Augen: die Neugersdorfer Hütte. Wir kommen zwar nicht direkt dort vorbei, doch als Wegweiser sehr hilfreich.

Tolles Panorama

Bald überholt uns dann doch ein einzelner Tourengeher, was sich dann später als sehr hilfreich herausstellen wird. Lt. Karte bzw. Tourenführer ginge die Spur nämlich unter den Krimmler Tauern ab hinauf zum Kamm. Dies sieht uns aufgrund der großen Schneewechten als schier unmöglich aus. Der Weg selbst zum Krimmler Tauern ziemlich steil. Wir entschließen uns den Tourengeher zu folgen und gelangen so auf unser erstes und schiefes Gipfelkreuz auf dem “Passo dei Tauri”.

Steiler Anstieg zum Krimmler Tauern

Der Weg zu unserem endgültigen Ziel ist dann kein weiter mehr und wir müssen nur mehr zum Schluss ein etwas harschiges Stück meistern.

Anstieg zum Gipfel

Oben war es dann nicht ganz windstill und wir können die Einsamkeit und Ruhe nur kurz genießen. Das Gipfelkreuz zeigt, dass hier wirklich oft genug der Wind bläst.

Gipfelkreuz Schientalkopf

Die Abfahrt mag dann auch sehr gut gewählt sein, wir halten uns vorerst jedoch an unseren Vordermann. Der hat es gewagt bei den Schneeverwehungen und sodann gleich oberhalb einiger Felsabbrüche runter zu fahren. Als ich das erste Stück meisterte und über den steil abfallenden Felsen stand, wusste ich, dass das nichts für mich ist und machte im Stand eine Umkehrung, so dass wir etwas vor den Felsabbrüchen und später dann darunter abfuhren. Der Schnee jedoch war in sehr gutem Zustand und auch für meine Fähigkeiten leicht zum Fahren. Später machten wir auf einem Felsen Rast zum Jausnen.

Es bleibt noch Platz zwischen den paar Spuren

Die Gemütlichkeit mit der wir die Abfahrt antreten macht sich bald am Schnee bemerkbar: er wird sulzig und zum Schluss haben wir wirklich einen ziemlichen Gatsch so dass es auch Nina mal den Ski auszog 🙂 Im Großen und Ganzen aber alles noch problemlos möglich, doch man spürt schon seine Beine.

Zum Schluss üben wir uns noch im Skating an der Langlaufloipe und es ist auch ziemlich idyllisch hier.

Das Ungeheuer von ???

Fazit:
Nur empfehlenswert. Der Blick auf die Tauern ist toll und überhaupt auch auf die umliegende Bergwelt. Ob wir die Tour ohne unseren Vordermann bis zum Gipfel gemacht hätten, bleibt unbeantwortet. Deswegen würde ich sagen, für Anfänger bzw. Ungeübte nur in Begleitung.
Höhenmeter:
etwas über 1.200
Strecke:
ca. 7km
Dauer:
3 Stunden und 45 Minuten. Kann man so stehen lassen. Wirklich langsam sind wir nicht gegangen.

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