Hohe Geige – Pitztal

Mein heutiges Ziel ist die Hohe Geige auf 3.395m. Start ist hierfür der große Parkplatz kurz vor Plangeross im Pitztal (nicht zum Verfehlen – wenn man in Plangeross ankommt ist man zu weit). Westlich geht es auf die Kaunergrathütte im Naturpark Kaunergrat und östlich auf die Rüsselsheimer Hütte (ehem. Chemnitzer Hütte) welche auf 2.328m liegt.

Ein Katzensprung :)

Ein Katzensprung 🙂

Um ca. 07:30 Uhr ist der Parkplatz schon recht gut befüllt. Die meisten Besucher sind wahrscheinlich noch vom Vortag hier, die aufgrund der Längen der Touren, die man von hieraus machen kann, doch eine Übernachtung auf einer Hütte vorziehen. Wir überqueren die Straße und gehen durch ein sehr gut gesichertes kleines Tor, wo auch schon unser Zwischenziel angeschrieben steht. Hier nur mehr Rüsselsheimer Hütte, da sie 1973 von der Sektion Rüsselsheim übernommen (die Sektion Chemnitz hat sich damals aufgelöst) und zur 75-Jahr Feier 2001 auch so umbenannt wurde.

Rüsselsheimer Hütte

In gut 1 1/4h haben wir diese dann auch schon erreicht. Der Tourismus hält sich zu dieser Zeit in Grenzen und uns begrüßt so nur der neugierige, prächtig schwarze Hüttenhund. Wir verzichten darauf unsere Jause hier einzunehmen und ziehen noch ein kleines Stück weiter. In der Nähe einer Kapelle machen wir es uns auf einem Stein gemütlich und stärken uns, bevor der lange Anstieg weitergeht.

Kapelle

Rechts macht sich das Weißmaurachkar breit, doch uns weist ein Schild darauf hin, dass wir uns linker Hand (nordöstlich) halten sollen. Es ist eigentlich mehr ein Schilderwald mit Touren von 7h und eine sogar bis 10h. Ein Stück weiter ist dann die Trennung zwischen Hohe Geige Westgrat und Normalweg. Wir haben uns schon am Vortag für den Westgrad entschieden.

Wegweiser Hohe Geige

Auf einen gemütlichen (sagen wir mal) Trampelpfad geht es Richtung Norden zum Aussichtspunkt Gahwinden, von wo aus wir das Pitztal sehr gut überblicken können. Ein kurzer Schwenker zu diesem Punkt (wirklich nur 2 Minuten) rentiert sich allemal.

Panorama Gahwinden

 

Blick Richtung Weißmaurachkar - ich zeige Richtung Grat :)

Blick Richtung Weißmaurachkar – ich zeige Richtung Grat 🙂

Auf alle Fälle zweigen vor diesem kleinen Kreuz die Weitwanderwege Richtung Huben, Trenkwald und (ziemlich weit entfernt) der Erlanger Hütte ab.

Wegweiser Westgrat

Noch geht es gemächlich am Rücken entlang bevor dann die Blockwanderei und später auch ein wenig leichte Kletterei beginnt. Man muss sich eigentlich nur immer genau an den vielen Markierungen halten, dann kann man nichts falsch machen. Aber auch wenn man mal die eine oder andere übersieht ist es im Großen und Ganzen keine bedeutende Schwierigkeit, bevor einem dann endgültig das Seil zur Hilfe steht.

Nicht wirklich notwendig aber hilfreich

Nicht wirklich notwendig aber hilfreich

Wenn einem vor dieser Seilversicherung jedoch schon die Schweißperlen nicht vor Hitze sondern vor Angst oder Furcht auf der Stirn stehen, hat man dort noch die Möglichkeit den Grat zu verlassen um auf den Normalweg zu kommen.
Die Versicherung nimmt jedoch nicht wirklich viel Zeit bzw. Länge in Anspruch und man kreuzt auch hier wieder den vom Süden kommenden Wanderern, welche ein Schneefeld queren.

Keine Wanderer, aber Spuren

Keine Wanderer, aber Spuren

Wir entschließen uns einfach auf der Geröllwand, welche nur eine leichte Neigung hat entlang zu gehen um uns den Weg und den Schnee zu sparen.

Ganz links die Spuren vom Normalweg, links neben der Lacke die Spuren vom Grat

Ganz links die Spuren vom Normalweg, links neben der Lacke die Spuren vom Grat

Von hier aus sind es dann auch nur mehr wenige Minuten und Höhenmeter bis wir endgültig den Gipfel erreichen und ein wenig Aussicht genießen. Für einen Wow-Effekt sind heute doch ein paar Wölkchen zu viel am Himmel.

Blick Richtung Osten

Blick Richtung Osten

Gipfelblick Richtung Norden

Blick Richtung Norden

Retour geht es dann über den Normalweg, bei welchen wir um den Schnee nicht herumkommen. Nach dem vielen Weiß kommt das Geröll. Trittsicherheit ist auch hier erforderlich und man löst auch oft den einen oder anderen Stein. Trotz der schieren Trostlosigkeit in diesem Teil des Gebirges trifft man immer wieder auf prächtig blühende Blumen.

Blumen :)

Bevor wir dann doch nach unserer Rundwanderung zur Hütte gelangen erfreuen uns noch ein paar Steinböcke mit ihrer Anwesenheit.

Das dürfte der Chef der Herde sein

Das dürfte der Chef der Herde sein

Ein weiteres Prachtexemplar

Ein weiteres Prachtexemplar

Auch wenn diese Tiere nicht wirklich etwas Spektakuläres bieten ist es ein Genuss ihnen beim Rasten und Grasen zuzusehen und wir müssen uns gegenseitig anstupsen, dass wir doch weiter gehen sollten. Die Lust auf ein kühles Weizen ist dann nämlich doch größer und wir spazieren zur Hütte hinunter, wo wir uns auch noch kurz stärken, bevor wir den Rückweg, den wir auch hoch gekommen sind, antreten. Auch auf diesem Weg sind wir nach so viel Natur immer noch erstaunt, was uns diese so alles bietet.

Wasser genug

Nach guten neun Stunden, von denen ca. sieben Stunden reine Gehzeit sind, haben wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht.

Fazit: eine wirklich Tagesfüllende Tour und nichts für Konditionsschwache Menschen. Diese sollten die Tour mit einer Hüttenübernachtung verbinden. Klettertechnisch nicht wirklich herausfordernd, eine gewisse Freiheit von Schwindel und Trittsicherheit sind das eine oder andere mal jedoch sehr hilfreich. Bei Schönwetter sicher ein toller Ausblick vom Gipfel, der uns teilweise leider etwas verwehrt geblieben ist. Der Abstieg zurück zur Hütte ist bis zu dem Abschnitt, wo sich Normalweg und Westgrat trennen etwas karg und nicht wirklich ein Genuss.

Strecke: ca. 1.800hm im Aufstieg und 12km in der Gesamtlänge (also incl. Abstieg)

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