Neunerspitze

Die Neunerspitze gehört neben der Viggarspitze zu den 2 Gipfeln, die man leicht vom Zirbenweg zwischen Glungezer und Patscherkofel erreichen kann. Entweder mit der Patscherkofelbahn hinauf zum Patscherkofelhaus oder mit der Glungezerbahn bis zur Tulfeinalm und am Zirbenweg entlang bis man zu den jeweiligen Abzweigungen kommt. Unsereins hat aber ein wenig mehr vor und so liegt auch unser Ausgangspunkt etwas niedriger und zwar bei der Feuerwehr in Rinn. Das Wetter kann uns heute nicht abhalten, denn wir haben heute eine Aufgabe: Zirbenzapfen pflücken.

Quelle des Lebens: Wasser

So geht es erst einmal über den Rodelbahnaufstieg (also dort, wo man auch im Winter rauf geht und nicht dort, wo man runter rodelt) auf einer breiten Forststraße entlang. Es gibt zwar hier immer wieder Abkürzungen durch den Wald, der auch als Steig ausgewiesen ist, aufgrund der Nässe sparen wir uns diese Mühe jedoch und bleiben auf dem Schotterweg. Anfangs regiert noch der Nebel, doch wir sind zuversichtlich, dass es sich bald lichten wird.

Tolle Stimmung bei diesem Wetter

Tolle Stimmung bei diesem Wetter

Die Rinner Alm hätten wir dann in guten fünfzig Minuten erreicht, lassen wir heute aber ganz locker rechts liegen und folgen dem Wegweiser Richtung Kriegerkapelle, immer noch auf der Forststraße bleibend. Bald haben wir dann auch diese Kapelle erreicht. Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich mir ein wenig mehr davon erwartet und wurde so doch ein bisschen enttäuscht. Für Mountainbiker jedoch eine gute Gelegenheit die Kondition etwas mehr zu beanspruchen und nicht bereits nach 500hm bei der Alm einkehren 😉

Kriegerkapelle

Ein Stück geht es dann noch auf diesem Weg weiter bevor dann der Jöchelesbründlsteig beginnt. Von da an ist es für mich nur mehr ein Genuss. Der Steig ist mit so viel Liebe und Verbundenheit zur Natur hergerichtet, dass einem Wanderer das Herz auf geht. Der Weg führt durch den sogenannten Ampasser Kessel dessen Naturschutz seinesgleichen sucht. Tafeln geben immer wieder Aufschluss über dieses Gebiet und informieren einen hilfreich.

Ampasser Kessel

Der Weg eignet sich bestens für Kinder, wird einem doch hier mit Sicherheit nie langweilig. Immer wieder finden wir Interessantes aus Zirbenholz gemacht. So lädt der Barfuß-Steig auch mal ein, die Schuhe beiseite zu stellen.

Barfußsteig

Doch auch viele andere ‘Kunstwerke’ lassen den Wanderer hier staunen. Sei es nur ein Kasten in dem man seinen Kopf reinstecken kann und so, ein Summen vernimmt, der Torbogen am oberen Eingang vom Zirbenweg oder ein riesiges Zirbenherz. Es macht einfach Spaß hier seine Freizeit zu verbringen.

Zirbenherz

Das Zirbenzapfen klauben, das zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon längst begonnen hat, wird hier eher zur Nebensächlichkeit. Dennoch haben wir schon einiges von dieser für uns wertvollen ‘Frucht’ gesammelt und wir erreichen dann auch bald den Zirbenweg. Von dort aus sehen wir auch bereits unser nächstes Ziel, das bis dahin aufgrund der ungewissen Wetterlage und anderen Prioritäten nicht ganz fix gewesen ist. Da es uns aber hier schon greifbar nahe erscheint, nehmen wir es rasch in Angriff. Also kurz nach rechts (Richtung Westen) schweifen, bevor es gleich wieder links (Richtung Süden) zur Neunerspitze abzweigt. Hier verlassen wir auch langsam das Zirbengebiet und Zunter (Latschen, Legföhren oder wie auch immer) gewinnen an Oberhand.

Wegweiser Neunerspitze

Was immer hier Alpines Freigelände bedeutet….

Kurz befreien wir noch eine Zirbe von einem Teil ihrer schweren Last, bevor es auf dem gut markierten Steig weiter geht. Es sei noch erwähnt, dass wir (und auch andere, die hier Zapfen sammeln) auf gar keine Weise, die Zirben “leer”-klauben. Die Zapfen dienen zur Verbreitung ihrer Gattung und das wird durch die größtenteils unerreichbaren Teile mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit sicher gestellt. Die Zirben sind groß und eben teilweise unerklimmbar.
Nun bin ich aber vom Thema abgekommen….

Wegweiser

Wir waren also auf dem Weg zur Neunerspitze. Das Wetter hält und aus einer angeschriebenen dreiviertel Stunde sind nur dreißig Minuten geworden, eher wir den Gipfel endlich erreichen und uns ein erst letztes Jahr (2013) errichtetes Kreuz aus…. ? ….Zirbenholz natürlich, begrüßt. Es wird also daran geschnuppert und umarmt 🙂

Gifpelkreuzliebhabumarmung

Wir würden auch gern länger hier oben verweilen, da jedoch einerseits unsere Jause etwas dürftig ist (2 Müsliriegel und etwas Studentenfutter) und andererseits das Wetter auch nicht weiß, was es will, beginnt nach geschätzten 20 Gipfelkreuzaufnahmen auch wieder der Abstieg. Die benachbarte Viggarspitze macht sich zuvor auch noch kurz im Nebel sichtbar. Wir hätten diesen Katzensprung gern noch gemacht, heben uns diesen (von mir schon öfter besuchten) Gipfel für eine andere Tour auf.

Viggarspitze

Wir nehmen also bis auf einen kleinen Schwenker quer durch den Wald in Richtung Zirbenweg, den selbigen Steig auch wieder retour. Kurz noch bei der roten Wand ein paar Zirbenzapfen ehe die letzten bei einer schon ziemlich alten Zirbe geklaubt werden.

letzte Zirbenzapfensammelstelle

letzte Zirbenzapfensammelstelle

Und schon bald haben wir auch wieder den Forstweg erreicht. Abwärts geht es dann doch noch über die Rodelbahn und eine tolle Tour nimmt sein Ende.

Fazit: tja, auch die andere Seite vom Inn – wer hätte das gedacht 😉 – hat wirklich wunderschöne Seiten, in dessen Genuss man bei dieser Tour sehr gut kommt. Dennoch: wieder einsam. Liegt es am Wetter, oder an was? Wir verstehen es nicht. Allemal jedenfalls, so wie wir die Tour gemacht haben, ein Muss zu dieser Jahreszeit! Und scheut nicht die Strecke: ihr habt den ganzen Tag Zeit!

Höhe: oh… doch fast 1.400 hm
Strecke: kann diesmal erwähnt werden: knappe 20km, puhh….

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