Der (fast) vergessene Weg auf den Hechenberg

Für viele ist die neue Magdeburger Hütte ein Begriff. Sei es als gemütliche Radtour über die Jausenstation Brunntal oder auch als Ausgangspunkt für eine Bergtour zum großen sowie kleinen Solstein. Doch was liegt zwischen dieser Hütte und dem Inntal? Wenn man zur Martinswand blickt sieht man rechts von ihr einen unscheinbaren Gipfel in die Höhe ragen.

Blick von kurz vor der Kranebitter Klamm

Blick von kurz vor der Kranebitter Klamm

Den Hechenberg! Unsere Tour startet beim Eingang zur Kranebitter Klamm. Dort steht auch gleich das Schild zur Magdeburger Hütte über den Schleifwandsteig angeschrieben. Diesen benutzen wir jedoch erst später für unseren Retourweg. Der Anfang ist aber derselbe, ehe sich nach ca. 500 hm der Weg vorerst trennt. Eine vergilbte alte Tafel weist darauf hin, dass es nur für geübte Bergsteiger geeignet ist. Diese Strecke wird schon lang nicht mehr gewartet und Markierungen finden sich hier nur selten. Alte Seilversicherungen, die man besser links liegen lässt, weisen auch darauf hin, dass sich keiner mehr um die Wegbeschaffenheit kümmert.

Als erstes erreichen wir bald nach dieser verfallenen Sicherung das Hechenbergl. Ein schönes Aussichtsplatzerl. Danach führt uns ein nicht zu verfehlender Steig immer höher und man hat einen tollen Blick ins Inntal.

Blick auf die Kranebitter Kaserne

Blick auf die Kranebitter Kaserne

Wenngleich es nicht wirklich gefährlich ist, ist zumindest gute Trittsicherheit erforderlich, denn abstürzen kann man auch hier. Später wird der Weg gemütlicher aber auch etwas erschwerlich. Man muss sich durch den Latschen verhangen Weg ‘durchquälen’. Der Hintermann / die Hinterfrau sollte aufgrund zurückschwingender Äste etwas Abstand halten. Dann haben wir auch bald das erste Gipfelkreuz auf 1.757m erreicht, das zwar ziemlich groß ist, aber der Gipfel den es ziert, scheint keinen Namen zu haben. Auch auf der Karte ist keiner verzeichnet.

Gipfelkreuz ohne Namen

Der Weg geht dann gleich weiter auf den nächsten, welchen wir in kurzer Zeit erreichen. Dieser dürfte dann das Nebelköpfl (auf der Karte ohne ‘l’) auf 1.808m sein. Hier macht nur ein kleines Marterl eines verstorbenen Bergkameraden darauf aufmerksam, dass man auf einen Gipfel sein könnte.

Nebelköpf

Auf alle Fälle hat man einen prächtigen Blick ins Inntal (ich mag ihn dennoch immer noch nicht so gern) und auf die Brandjochspitzen (Brandjochkreuz, vorderes (und auch hinteres?) Brandjochkreuz) und…. da muss ich noch recherchieren 😉

Brandjoch....

Und gleich geht es weiter auf unseren letzten und höchsten Punkt und somit endet auch der verlassene Steig. Denn dieser Gipfel ist auch gemütliich von der neuen Magdeburger Hütte erreichbar, liegt auf 1.943m und nennt sich Kichbergköpfl.

Richtung Kirchbergköpfl

Richtung Kirchbergköpfl

Von hier aus sehen wir auch schön die Solsteine, die Kuhljochspitze, den Freiung Höhenweg und den Zirler Klettersteig zur Erlspitze. Ein Foto davon habe ich leider nicht gemacht.
Wir begeben uns gleich zum Abstieg und erreichen in ca. 20 min. die Hütte. Zuvor jedoch noch den davor gelegenen Teich. Ein herrliches Plätzchen.

Teich von der Magedburger Hütte

Teich von der Magedburger Hütte

Wir machen es uns bei einem Weizenbier auf der noch nicht im vollem Umfang betrieblich eingerichteten Hütte gemütlich und haben noch einen netten Ratscher mit ein paar älteren Gästen und auch dem Wirten. Doch alles hat ein Ende, und wenn uns auch die Sonne herrlich wärmt, müssen wir an den Abstieg über den Schleifwandsteig und durch einen tollen Laubwald denken.

Laubwald

Der Schleifwandsteig selber ist nicht wirklich schwierig. Es sind ein bis drei unangenehme Stellen, die ziemlich abschüssig sind und man hat keinen sonderlichen guten Halt (weder mit Füßen noch Händen), uns macht aber mehr das Laub Sorge. Man muss hier ziemlich vorsichtig sein, da man einerseits nicht weiß, was sich unter dem Laub verbirgt und andererseits es doch noch recht feucht darunter und somit rutschig ist. So passiert es auch mal, dass man auf dem Hintern landet 🙂

Nach ca. ein einhalb und gesamt fast fünf einhalb Stunden haben wir auch wieder unser Auto erreicht und blicken zurück auf eine wirklich tolle Frühjahrstour.

Fazit: zu unrecht wird dieser Anstieg nicht mehr gepflegt. Weder vom Alpenverein noch von den damaligen ‘Hechenberglern’ (lt. Auskunft der älteren Herrn ein ehemaliger Wanderverein). Der Anstieg rentiert sich auf alle Fälle, da man sehr viele unterschiedliche Eindrücke gewinnt.

Höhenmeter: 1.300
Distanz: ca. 11km

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