Amberger Hütte (Bike)

Wenn man im Internet nach der Mountainbiketour zur Amberger Hütte sucht, findet man meist die Strecke von Längenfeld mit knappen tausend Höhenmetern. Die ungefähre Hälfte hat man in Gries erreicht. Das ist unser Ausgangspunkt. Nun fragt man sich, warum diese Tour mit fünf Hundert Höhenmetern hier überhaupt Erwähnung findet. Na ja, ich habe sie ohne Strom dafür mit dem Anhänger Chariot CX1 und meiner ca. 13 Kilo schweren Tochter gemacht. Macht ungefähr dreißig Kilo, die ich diese fünf Hundert hm raufgezogen habe. Also doch erwähnenswert, wie ich finde 🙂

Toller Ausblick am Talschluss des Sulztales. Ein Übergang vom Ötztal ins Stubaital.

Am Vorabend gibt mir Nina noch die Anweisung, mir die Strecke auf der Karte mal anzusehen, was ich auch tat. Zwei gröbere Anstiege und eine durchschnittliche Steigung von neun Prozent. Sollte möglich sein mit dem Hänger. Wir starten also beim gebührenfreien Parkplatz in Gries beim Eingang zum Sulztal. Am Anfang geht es gemütlich auf einer noch asphaltierten Straße ohne markante Steigung nach oben. Bald ist’s aber mit dem Asphalt vorbei und die nicht in Karten einsehbare Komponente kommt zum Vorschein: die Wegbeschaffenheit.

Teilweise schon recht anstrengend

Auf Höhe 1.800 der erste gröbere Anstieg. Ein Wanderer fragt, wo der Motor sei. Mein Hinterreifen dreht durch und ich klopfe mit meiner Hand lächelnd auf mein Herz: “der ist da drin!”. Immer wieder habe ich bei diesem Anstieg mit dem Untergrund zu kämpfen. Der grobe Schotter macht es einem nicht leicht und die Geschwindigkeit sinkt teilweise auf unter vier km/h. Da muss man schon aufpassen, dass man mit dem Rad nicht umfällt.
Nach dem dieser Anstieg vorbei ist, geht es wieder “gemütlicher” voran. Das Angebot von Nina, dass sie mal den Hänger übernimmt, wird dankend abgelehnt.

Einer von vielen schönen Plätzen beim Anstieg.

Kurz mal vor der Sulztalalm ist noch mal eine Kleinigkeit, die es zu überwinden gilt, aber fast nicht erwähnenswert. Doch dann auf ca. 2000 wird brenzlig. Mit Mühe trete ich in die Pedale, versuche das Gewicht so zu verlagern, dass mein Hinterreifen nicht an Haftung verliert. Vor mir sehe ich bereits das Ende des Anstieges näher kommen. Ich habe Schwierigkeiten in einen runden Tritt zu gelangen, was das Durchdrehen des Reifens etwas verhindern sollte. Dann kommt der Moment, an dem es doch nicht mehr geht. Und ich bleibe stehen. Nina ist zu dieser Zeit etwas weiter hinter mir (Fotos und so). Das Stehenbleiben war jedenfalls ein Fehler. Rauf aufs Rad ist nicht mehr möglich und Schieben… auch fast unmöglich. Ich hätte durchtreten sollen. Im Nachhinein ist man immer gscheider.

Das Rad mit Gewalt nach unten pressen und zeitgleich nach vorne schieben…. sch… schwer!

Nina hat mich eingeholt / überholt und fährt bis zum Ende der Steigung, macht ein Foto (bitte lächeln…) und läuft nach unten. Die letzten fünf Höhenmeter schiebt sie noch ein wenig den Hänger an.
Danach wieder fein gemütlich. Nina bleibt zurück. Sie hat Probleme mit ihren Klickpedalen. Ich sehe bald vor mir den letzten Anstieg. “Noch so ein zacher”, denke ich mir, gebe Gas und gebe alles was ich hab und trete in die Pedale rein. Lucy ist zwischenzeitlich bereits wieder aufgewacht und genießt das Szenario. Ich versuche mit ihr zu reden – fällt mir schwer. Der letzte Anstieg: geschafft. Kurz vor der Hütte nochmal reintreten und fertig aber zufrieden am Ziel angekommen.

Ich glaub, ich hab mir mein Bier verdient. Die Buttermilch daneben ist für Lucy. Die hat sie sich auch verdient 🙂

Später nach dem Essen sind wir noch zum kleinen See und Spielplatz spaziert und etwas danach auch noch ein kleines Stückchen ins Tal gefahren. Nur um Mal etwas näher an den Kühen zu sein und mehr Ruhe zu genießen. War definitiv kein Fehler!
Runter muss man es dann etwas langsam angehen und so auch die Bremsen schonen, aber alles kein Problem.

Fazit: Nicht jedermanns Sache, aber wie kombiniert man denn am Besten seinen Sport und einen Ausflug mit seiner Kleinsten? Das war jedenfalls eine von vielen Möglichkeiten. Und wenn es dann noch in ein so landschaftlich schönes Tal geht, die Tochter zufrieden ist und das Essen schmeckt und quasi alle glücklich sind, weiß man, nichts falsch gemacht zu haben.

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