Sport = Hobby = Training?

Manchmal brauche ich einen Anlass um einen Blogeintrag zu schreiben.
Diesmal ist der Anlass jener, dass Harald von aufimuassi.at folgendes auf Facebook geschrieben hat:
“Ach wie ich sie liebe, diese Berg-Intervalle.” und stellte die Frage: “Wie sieht es bei euch aus, macht ihr Intervalle?”.
Da wollte ich antworten und tu dies auch und zwar mit diesem Blogeintrag.
In einem seiner Blogeinträge schrieb er nämlich:
“Ich tu mir mit dem Wort Sportler zwar schwer, aber allgemein würde ich wohl auch unter diese Gruppe fallen.”

Nun: wann fällt man in diese Gruppe? Fall ich in diese Gruppe, weil ich heuer Tausend Kilometer bei ca. 47 Tausend Höhenmeter zu Fuß zurück gelegt habe?
Fall ich in diese Gruppe, weil ich den Halbmarathon Hall-Wattens, den Innsbruck Alpine und als persönliches Highlight den P42 Glacier beim Pitz Alpine bestreite?
Und wenn ich in diese Gruppe falle: muss ich dann “trainieren”?

Pitz Alpine 2017

Ich muss ganz ehrlich sagen: ich trainiere nicht. Als ich mein erstes kleines Rennen (mit knapp über vierzig Jahren) bestritt, versuchte ich einen Trainingsplan einzuhalten.
Was mir dabei schwer viel war, dass ich für andere Freizeitaktivitäten, die im Prinizp auch Sport sind, keine Zeit mehr hatte. Ich konnte also nicht am Abend noch 1.500 Höhenmeter auf die Bettelwurfhütte steigen, nein ich ‘musste’ meinen Dauerlauf in GA1 machen. Am nächsten Tag konnte ich nicht die 1.100 Höhenmeter kurz auf die Hüttenspitz erledigen, nein es waren Intervalle angesagt. Und einen Tag vor dem Rennen bei strahlendem Sonnenschein musste ich zu Hause sitzen…. toll!

Da fragte ich mich: “Was hat das mit Spaß zu tun?” Und überhaupt: ich ‘opferte’ meine Freizeit! Ich ‘opferte’ meine FreiHEIT!
Ich habe das Training also gestrichen und bin meinen gewohnten Alltag nachgegangen. 1.500 Höhenmeter dort tausend Höhenmeter da. Kurz mal in die Arbeit radeln, kurz mal von der Arbeit heim laufen.
Am Abend, weil nicht mehr Zeit war, zumindest eine Runde durch den Wald mit nur ein paar hm aber dafür einige km mehr erledigen. Das war alles…

Ja langt denn das nicht? Muss ich immer besser und schneller werden? Braucht man einen Trainingsplan als Hobbysportler? Dass ein Kilian Jornet, François D’Haene oder eine Emelie Forsberg einen fixen Trainingsplan haben ist nicht verwunderlich. Das ist aber auch ihr ‘Arbeits’-Alltag. Aber als Normalbürger, der seinen Job nachgeht und am Morgen, zur Mittagspause oder am Abend mal eine Runde laufen geht und mitunter das eine oder andere Rennen bestreiten möchte: wozu? Und das schräge: alle Portale (ich habe einige davon in zwei Blogeinträgen einmal verglichen) drängen dich in dieses Trainingsschema rein. Zumindest versuchen sie es. Dabei will ich manchmal doch nur wissen, wo ich dieses Mal wieder verdammt noch mal falsch abgebogen bin und komplett wo anders rauskam, als ich wollte 😀

just a trail

Jedenfalls denke ich, ist gerade für den Trailrunningsport meiner Meinung nach ein Plan nur dann sinnvoll, wenn ich wirklich vorne mit mischen möchte. Ansonsten: geh raus, lauf rauf, wann und wohin du willst. Genieß den Sonnenuntergang auf deinem Lieblingsgipfel, entspanne dich auf eine deiner vielen ruhigen Plätzchen, dreh gleich morgens ein paar Runden, wenn alles noch schläft.

Das einzige Problem, das es hier gibt: wenn du wirklich besser und schneller werden willst – und das möglichs verletzungsfrei, dann stehst du irgendwann an und kommst nicht mehr weiter. Aber ich bin keine 17 mehr, sondern dreißig Jahre älter, da hat man andere Ziele.

Halbmarathon Hall-Wattens 2017

Zu guter Letzt noch ein Link zum Blogeintrag von Trailschnittchen, der sich mit demselben Thema auseinander setzt und sehr gut geschrieben ist.

Ach und was ich noch sagen wollte:
Das ist alles einfach nur meine Meinung....

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