Patteriol über ‘Normalweg’

Patteriol und Normaweg passen irgendwie nicht zusammen. Einerseits das Wort ‘normal’ nicht und andererseits das Wort ‘Weg’, weil Weg gibt es keinen. Auch die Tafel auf ca. 2.500hm noch vor dem Wannenjöchl weist darauf hin: ab hier keine Markierungen mehr. Von hier an ist man auf Berichte aus dem Internet oder auf gute Orientierung angewiesen. Erst später weisen einem dort und da Steinmännchen die Richtung (nicht den Weg). Aber dazu später, jetzt mal von Anfang an.

Patteriol von der Ferne

Wir starten kurz nach St. Anton direkt über dem Arlberg Straßentunnel (habe ich auf der Karte gesehen). Also beim Eingang ins Verwalltal, gekennzeichnet durch zwei große geschnitzte Tannen, wo sich auch der Parkplatz befindet. Ansich macht man diese Tour als Hike&Bike-Variante. Meiner einer war jedoch so dumm und hatte zwar das Fahrrad mit, da mein Bike jedoch das Einzige war, das ins Auto musste, montierte ich den Vorderreifen ab und lies dabei die Steckachse vor der Haustür liegen. Während also meine Bergkammeraden gemütlich mit dem Rad fuhren durfte ich ein kurzes Stück mit dem Auto fahren um dann bis zum Raddepot zu Fuß zu gehen. Immerhin sind das dann knappe neun Kilometer.

Ich durfte spazieren

Ich bin also mit dem Auto bis kurz nach dem Rasthaus Verwall und kurz vor dem Stausee gefahren und ging von dort an zu Fuß weiter. Meine Bergfreunde holten mich dann auch bald ein und dadurch, dass die Steigung relativ gering war konnte ich trotz meines hohen Tempos nicht ganz mithalten. Sie warteten dann bei der Kostanzer Hütte und wiesen mir den Weg ins Fasultal. Sie selbst haben sich ein wenig verfahren was für mich wieder vorteilhaft war. Alles in allem warteten sie keine fünf Minuten beim gekugelten Stein auf mich. Die Zeit, dic ich später ankam, verwendeten sie dazu, ihre Räder abzusperren, Fotos zu schießen und kurz etwas zu trinken. Dennoch war auch für mich noch Zeit Fotos zu machen und auf einem Gruppenfoto mit dabei zu sein. Dann hieß es mal bergauf.

Helm ist angesagt

Von hier an führt uns der Weg stetig nach oben und kurz können wir bei einem Rinnsal auch unsere Wasserflaschen füllen. Die Sonne trug schon wesentlich zum Flüssigkeitsverlust bei. Ca. fünf hundert Höhenmeter müssen von hier aus zurückgelegt werden, ehe wir den markierten Weg verlassen. Raddepot bei ca. 2000, Wegende bei ca. 2.500. Hier also mal keine Steinmandln, würde sich ein solches auch nicht lange halten. Sind ja hier nur Steine zu sehen….

Kurz vor dem Einstieg in die Kletterei

Ich bin leider kein Orientierungsgenie und mach auch keine Linien auf irgendwelchen Fotos, wo man entlang gegangen, geklettert oder gewandert ist. Aber ich würde in diesem Bild folgendes sagen: im linken Teil des Bildes ragt der Fels in den Schotter rein. Rechts davon ist eine Rinne und die glaub ich, dass wir genommen haben. Kann mich aber auch komplett täuschen. So oder so: der Normalweg wäre weiter links gewesen, haben wir aber nicht genommen. Laut Beschreibung führt der Weg über irgendwelche Platten, welche wir nie gesehen haben. Oben kommen wir jedenfalls in das Hochkar und das ist richtig und von da an war es eine Suche nach Steinmännern. Ich möchte jetzt gar nicht erst versuchen hier eine detaillierte Beschreibung der Route anzugeben (kurz abklettern, dann den Turm links im Norden über ein Band umgehen…. blah, blah, blah) Warum solltet ihr Leser es leichter haben als wir 😉

Ohne Steinmänner wärs schwieriger

So oder so: achtet auf die Steinmänner aber folgt auch eurem Instinkt, und mit etwas Geschick, genügend Erfahrung und guter Kondition kommt ihr mit ein wenig Kletterei im IIer Gelände auf einem imposanten Gipfel an, der seines gleichen sucht. Man muss nur auch auf die Steine aufpassen und meiner Meinung nützt der Helm nicht wirklich viel. Bei regem Betrieb möchte ich nicht auf diesen Gipfel steigen. Selbst bei noch so achtsamen Gehens kann man es fast nicht verhindern, dass man den einen oder anderen Fels lostritt, und manchmal einen gar nicht so kleinen. Vorsicht ist also tatsächlich geboten.

Blick vom Gipfel

Gipfel in greifbarer Nähe

Gipfel in greifbarer Nähe, mann muss jedoch erst wieder ein wenig absteigen

Oben a zünftige Jausn und a guats Schnapsal und nach ca. einer halben Stunde Pause machen wir uns wieder bereit abzusteigen. Heißen tut’s: Abstieg wie Aufstieg. Beim Absteigen höre ich aber immer wieder: “da samma aba nit rauf….” Sind wir auch nicht. Wir schaffen es nur ,den Anfang gleich zu gehen und den Weg zum Hochkar dann doch anders zu nehmen. Wenn uns aber die Steinmänner so führen…. Müssen halt andere Steinmännchen gewesen sein, die uns nach oben gebracht haben. Wir kommen allesamt dann jedenfalls heil wieder unten an. Ich mach nach der Kletterei ein wenig Tempo und verlasse die Gruppe, muss ich doch zu Fuß die Forststraße zurück legen und ich will nicht, dass sie lang vor mir ihr wohl verdientes Bier genießen.

Beim Abstieg bzw. bei der Wegsuche

Fazit:
Macht die Tour ja nicht ohne Fahrrad!!! Der Abstieg von der Konstanzer Hütte zum Stausee ist wirklich lang…. Ansonsten wunderschön aber auch anstrengend. Also ganz ehrlich: ich mag das Karwendel lieber 🙂 Die Aussicht ist aber nicht nur am Gipfel imposant.
Höhenmeter:
So wie ich das gemacht habe sinds ca. 1.700 und ein paar Zerquetschte. Sonst: Knapp 1.100 zu Fuß und 700m mit dem Rad
Strecke:
Habe tatsächlich 25km zurück gelegt. Also nochmal der Apell: nehmt das Rad!
Dauer:
Sieben Stunden habe ich aufgezeichnet. Bewegt habe ich mich fünf einhalb und vergangen sind 9h 13min. Sucht’s euch’s aus.

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