Furgges Alm

Es muss und manchmal kann es nicht immer ein Gipfel sein. Manchmal – und auch öfter – darf es dann ein bisschen weniger sein. Weniger ist oftmals auch mehr, und das eine oder andere Mal geht es vielleicht mehr um den Genuss. Da geht es mehr darum, Eindrücke zu sammeln, die Augen über die Weite der Berge schweifen zu lassen und einfach nur die Ruhe um einen herum zu genießen. Solch ein Tag war jedenfalls heute bei unserem Ausflug zur Furgges Alm.

Natürlich kann man, wenn man denn möchte, und auch überhaupt, wenn man denn kann, dann könnte man, ja, von ganz unten starten. Also dem Parkplatz bei der Brücke. Ich glaube mich zu erinnern, dass Einheimische sie Eisbrücke nannten, kann mich aber auch täuschen. Also auf alle Fälle dort, wo man parkt, wenn man im Winter Rodeln geht in die Fotsch. Die meisten wandern ja zum Fotscher Bergheim zum Rodeln und die parken dann hier. Wir heute jedoch nicht. Wir fahren mit dem Auto bis kurz vor dem Bergheim – da ist auch ein Parkplatz, man ist dann aber schon weiter oben. Praktisch, wenn man nicht so weit gehen will – oder auch nicht kann. Da dann geht man Richtung Potsdamer Hütte (da muss ich immer schauen, wie man das schreibt – Problem mit d und t). Das ist jene Hütte zu der ich im Winter rodeln geh – heuer leider ausgelassen. Egal, jedenfalls kommt dann gleich ein Schild, das zu unserem heutigen Ziel führt, wenn man denn den Steig gehen möchte. Das möchten wir.

Weiter oben treffen wir auf eine Frau mit zwei Hunden. Kurzes Gespräch im Vorübergehen. Sie schlägt uns vor, doch den wunderschönen See mitzunehmen und so in angenehmerer Steigung  zur Alm zu kommen. Soll schön sein, meint sie. Na gut, machen wir das. Wir treffen gleich darauf auf einen Forstweg und aktivieren apemap – wir wollen ja nix falsch machen. Also dann mal links. Irgendwann dann sind wir fast zu weit gegangen – also Weg technisch. Kurz halt und gesehen, dass ja der See auf dem Weg zur Alm liegt, also wieder rechts. Und da war er dann auch schon, die Lackn. Also mit ‘wunderschön’ hat die gute Frau ein wenig übertrieben. Ja schon sehenswert, aber dass ich unbedingt jetzt diesen Umweg gehen hab müssen. o.k. dafür war die Steigung angenehmer. Auf alle Fälle konnte ich keinen Blickwinkel für die Kamera erwischen um die wahre Schönheit des Sees in Polaroid zu verewigen…

Namen hat er auch keinen, der ‘See’

Ab hier geht es in unwesentlicher Steigung einen Pfad entlang. Mal bergauf, mal wieder bergab, ein paar Bäche sind zu überqueren und auch zu dieser Zeit noch zurück gebliebene (also nicht geistig, das geht ja nicht) Schneeflecken, wo man schon vorsichtig hat sein müssen: Rutschgefahr, weil hart. Plötzlich kamen wir dann wieder auf einen Forstweg. Ich mach einen Blick auf meine Uhr und überlege, wie hoch die Alm liegt. Doch noch hundert Höhenmeter? So war’s dann nicht, Gott sei Dank. Der Trampelpfad hat sich nämlich gezogen und ich wollte endlich ankommen. 1.938m ist die Höhe auf der die Alm liegt. Meine Uhr ging hinten und meinte wir müssen noch höher.

Eines der Schneefelder

Jedenfalls noch zu erwähnen: wir trafen nur mehr zwei weitere weibliche Personen (am See). Das war es dann mit der Begegnung derselben Art. An der Hütte genossen wir dann eine ungeahnte Art der Ruhe und Zufriedenheit, jausneten gemütlich, tranken….. Wasser…. und nickten sogar ein wenig ein und wollten so gar nicht mehr diesen Ort der Glückseeligkeit verlassen. o.k. jetzt werde ich kitschig. Ich hab dann Nina ein wenig allein gelassen und bin noch kurz etwas höher gegangen. Dort hatte ich noch einen schönen Ausblick auf die umliegende Bergwelt und entdeckte noch ein paar andere Sachen.

Wie dieses Ziel wohl heißt?

Schaffel, 1 1/2 Stunden. Na ja, stimmt wohl nicht ganz. Zu Hause nachgeschaut auf der Karte: Schaflegerkogel. Weiter südlich dann noch eine tolle alte Steinmauer, welche wundervoll vor einer neu errichteten Hütte eine unbekannte Grenze zieht. Ich will jedoch Nina nicht zu lange alleine lassen und begebe mich wieder bergab.

Auf der Alm wieder angekommen, verweile ich noch eine kurze Zeit, ehe wir dann den Weg nach unten antreten. Diesmal nehmen wir den Forstweg Richtung Potsdamer Hütte. Wir gelangen auch bald darauf auf die Rodelbahn, welcher von der Hütte zum Bergheim führt und nehmen diesen auch um zurück zum Auto zu gelangen. Ein schöner, wirklich angenehmer Ausflug geht zu Ende. Wir haben diesen Tag in vollsten Zügen genossen. Mehr geht nicht – echt nicht.

Kein Fazit, keine Höhenmeter, keine Distanz, nix. Nur noch ein Bild, dann war’s das. Danke!

 

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