Ein Gipfel – zwei Kreuze – zwei Länder

Wenn jemand diesen Gipfel kennt, dann braucht er nur den Titel zu lesen und weiß um welchen Berg es sich handelt. Ich zumindest kenne keinen weiteren Gipfel mit zwei Kreuzen. Natürlich gibt es Gipfel an Grenzen, aber zwei Kreuze? Hab jetzt nicht gewusst, was ich bei Google und Co. eingeben sollte um einen Gipfel mit zwei Kreuzen zu finden. Als ich “Gipfel mit zwei Kreuzen” als Suchbegriff verwendete, kam an erster Stelle genau jener, um den es sich heute dreht: Das Kranzhorn!

Kranzhorn

Das Kranzhorn ist ein Gipfel der genau an der Grenze von Tirol zu Bayern liegt. Um dort hinauf zu kommen, muss man kein Bergfex sein und schon gar kein erfahrener Bergsteiger. Der Gipfel ist für nicht Geübte so wie für Kinder bestens geeignet und bietet trotz seiner geringen Höhe von nur 1.368 Metern ein sehr schönes Panorama. Ich war schon vor einigen Jahren auf diesem Gipfel, kann mich aber nur mehr sehr wage an ihn erinnern. Ich wusste nur, dass es eine angenehme Wanderung ist. Wir starten in Erl – also nicht direkt im Ort. Bei der Kirche ist bereits ein Schild angebracht, welches uns den Weg zum Parkplatz zur Kranzhornalm weist. Wir scheinen heute nicht die Einzigen zu sein, was uns ziemlich egal ist. Menschen ausblenden können wir inzwischen schon ganz gut 🙂

Bubenau

Es gibt zwei Wege zur Hütte: jenen über Bubenau, welcher mit einer Stunde und fünfzehn Minuten angeschrieben ist und einen anderen mit einer Stunde und zehn Minuten. Wir entscheiden uns, den über Bubenau zu nehmen. Einige wenige Wanderer kommen uns entgegen, viel sind es nicht. Der Weg ist angenehm, nicht steil, nicht nur Forstweg, etwas durch den Wald. Einfach fein. Bis wir eben Bubenau erreichen. Dann geht es über Wiesen über einen Steig weiter bis zur Kranzhorn Alm. Ist schon einiges los hier, aber ist uns Wurscht, weil wir ohnehin erst mal zum Gipfel gehen und erst hernach die Hütte besuchen.

Von der angeschriebenen Zeit benötigen wir nur knapp eine Stunde. Zum Kreuz sollten es dann noch weitere zwanzig Minuten sein, welche wir voll ausschöpfen.

Nimma weit

Oben am Gipfel wird dann heftig diskutiert (auch mit anderen Besuchern) welches Gipfelkreuz denn nun das Tiroler sei. Man ist sich aber ziemlich einig: das prunkvollere muss wohl zu Deutschland gehören. Und bei nähere Betrachtung erkennt man auch, dass (der genaue Wortlaut ist mir entfallen) etwas von Bayern drauf steht. Ein Bekannter (www.spitzentreffen.at) meinte auf Facebook, dass jenes mit dem Kreis immer uns gehöre. Ich warte noch auf eine genauere Erklärung.

Tirolerisch Bayrisch

Auf alle Fälle hat uns am Gipfel die Sonne im Stich gelassen und wir verweilen nicht wirklich lange dort oben. Kurz noch die kleine Kapelle etwas unterhalb des Gipfels besucht und sogleich folgt der Abstieg zum Schutzhaus. Dort speisen wir wirklich sehr gut. Ich gönne mir ein Bluatwurschtgröstl – saugeil guat gwesen 🙂 Die Hütte ist im allgemeinen mit viel Liebe geführt. Das ganze rundherum ist für Familien einfach toll und nett hergerichtet.

Man sieht wie es funktionieren kann:  wenn man ein wenig dahinter ist und die Gäste nicht nur als Gäste gesehen werden, sondern sich dort auch wohlfühlen sollen, dann kommen sie auch gerne wieder rauf. Tja, es wäre sooo einfach.
Für den Abstieg nehmen wir den anderen Weg, welcher uns über einen Forstweg mit einigen Schleifen nach unten bringt. Wir benötigen dafür fast wieder eine Stunde und sind zufrieden damit, dass wir unsere Routenwahl so getroffen haben, wie wir sie getroffen haben.

Blick vom Kranzhorn

Fazit:
Wunderschöne Wanderung in den Chiemgauer Alpen und sehr zu empfehlen für Familien von Kleinkindern bis hin zu den etwas größeren.
Höhenmeter:
Bis zum Gipfel: 550
Strecke:
knapp acht Kilometer
Dauer:
alles zusammen gemütliche zwei einhalb Stunden. Also nix….

One Comment

  1. Der Unterschied ist einer Zufall, bzw. gibt es keinen definitiven Grund Axi für die unterschiedlichen Bauformen. Die rundspitzen Kreuzendungen (meist Messingblech) beim Bayerischen GK sind eben dort ein beliebtes Stilelement, der Ring beim Tiroler GK eben dort dasselbe und GK mit Ringen findet man in Bayern wenig. Der Ring dient auch noch der Festigkeit (v.a. bei Abspannungen) und Inschriften der Erbauer, die v. a. in Tirol beliebt sind.

    Berg Heil!
    Rainer
    http://www.spitzentreffen.at

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