Astenau Alpe / Ebner Joch

Viele Gipfel gibt es nicht. Also es gibt schon viele. Aber keine, die man wirklich schnee- und eisfrei und somit ohne Risiko zu dieser Zeit besteigen kann. Und dann sollten sie auch was hermachen. Also ein Kreuz ist ja gleich mal aufgestellt. Und etwas als Gipfel zu bezeichnen fällt ja auch nicht so schwer. Aber das ganze rundherum, das sollte dann schon auch passen. Der Weg, der Aufstieg, die Ruhe, die Aussicht und was halt noch so dazu gehört. Ja das Ebner Joch vereint einiges, wenn nicht sogar alles. Einziger Wermutstropfen für mich war (ist), dass man anfangs die Achensee-Bundesstraße B181 für eine Zeit lang sehr gut hört. Also nicht die Straße, die macht ja keinen Lärm, aber die Autos und Motorräder halt.

Starten kann man für diese wunderschöne Tour entweder bei der Kanzelkehre, welche jedem deutschen Touristen bekannt sein sollte. Zumindest sind sicherlich viele daran schon vorbei gefahren – auf dem Weg ins Zillertal oder so. Also dort ist jedenfalls ein Parkplatz. Es besteht aber noch eine weitere Möglichkeit in Eben bzw. Maurach zu starten. Hier gibt es auch genügend Parkplätze. Wobei ‘genügend’ natürlich seine Grenzen hat. Vor allem an sonnigen Wochenenden ist die Astenau Alpe sehr gut besucht. Wir finden jedoch noch einen Parkplatz, der sogar für zwei Autos reicht. Links schauen, rechts schauen und die fünf Sekunden, an denen mal kein Auto kommt nutzen um die Straße zu queren. Und dann steht da eh schon dran, dass es zur Astenau Alm geht.

Der Steig schlängelt sich in angenehmer Steigung gemütlich nach oben. Man kann immer wieder einen anderen steileren Trampelpfad nehmen, aber schlussendlich führen alle zum selben Ziel: der Astenaualm. Nach etwas mehr als fünf Hundert Höhenmeter hat man diese dann erreicht. Wenngleich uns schon massenweise Wanderer entgegen gekommen sind, ist die Anzahl der Gäste hier oben immer noch sehr groß. Wir machen einen recht kompromisslosen Deal (ist hier ‘kompromisslos’ richtig gewählt? Ich meine: wir müssen keine Kompromisse eingehen, es passt einfach jeden). Jedenfalls sieht der weitere Verlauf so aus: Nina macht es sich etwas unterhalb der Kapelle gemütlich und legt eine feine Rast ein, während ich mit meinen Five-Fingers gen Ebner Joch abrausche. Sie gibt mir eine Stunde Zeit. Nach 52 Minuten nimmt sie mich wieder in Empfang – durchgeschwitzt und sehr sehr durstig.

Der Weg zum Gipfel ist nicht wirklich schwer und die rot/schwarze Markierung wundert mich ein wenig. Anfangs etwas steinig, dann quasi Wald- bzw. Latschenweg. Irgendwann kommt dann mal eine Abzweigung: links (leicht) und rechts (?). Ich entscheide mich für das Fragezeichen. Der linke Weg würde – nach gerade eben erfolgter Recherche – auch Richtung Buchauer Alm dem Hubersteig führen, davor zweigt er aber nochmal rechts zum Ebner Joch ab. Das Fragezeichen jedenfalls ist mal ein kurzer steiniger steiler Hohlweg (so würde ich das nennen) dessen Schwierigkeit sich aber in Grenzen hält bzw. gar nicht vorhanden ist. Gleich darauf, nach ein paar felsigen Stellen, habe ich dann das Kreuz erreicht und genieße für eine kurze Zeit die traumhafte Aussicht.

Kurz deswegen, weil ich ja innerhalb einer Stunde wieder unten sein möchte. Bis dahin habe ich von der angeschriebenen Stunde 33 Minuten benötigt. Bergab geht es dann wirklich sehr flott in zwanzig Minuten. So nebenbei: Trotz erschwerter Bedingungen haben wir von Eben bis zur Alm nur 1:09 benötigt. (die Bedingung kennt jeder, der mich kennt). Für uns zwei war das ein sehr gemütliches Tempo. Die angeschriebenen 1:30 sind also etwas übertrieben.
Der Abstieg verläuft dann gleich wie der Aufstieg. Davor haben wir uns aber noch auf der Alm ein Plätzchen ergattert und ein Bierchen bzw. einen Tee genossen. Noch kurz die drei Minuten zum Ausblick um etwas ins Zillertal zu schauen und dann ab….

Fazit:
Ich habe ja schon einige Gipfel rund um den Achensee gemacht und jeder hat seine eigene Schönheit. Dieser hier gefällt mir aber irgendwie besonders. Wenngleich ich normalerweise lieber das Karwendel als das Inntal vor mir sehe, so hat dieser Gipfel in dieser Hinsicht doch einen Pluspunkt verdient. Sogar der Blick ins Inntal gefällt mir hier.
Höhenmeter:
So knapp an die Tausend. Von der Kanzelkehr werden es dann vermutlich mehr sein: ca. 70
Strecke:
Die Strecke ist ansich nur wichtig, wenn es entweder lang gerade aus oder immer wieder bergab/bergauf geht. Hier jedenfalls kann diese Information vernachlässigt werden: 8,5 km
Dauer:
Schwierig: der erste Teil langsam, der zweite schnell. Dann passt die Summe wahrscheinlich eh: eine Stunde 45 Minuten nur bergauf. Bergab (inkl. Abstecher zur Aussicht: eineinhalb Stunden.

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