Eine Seewanderung – der Piburger Wasserläuferweg

Der Piburger See – ein stiller Badesee am Anfang des Ötztales direkt über Ötz gelegen – ist ein Plätzchen zum Genießen. O.k. das passt jetzt irgendwie nicht zu meinen sonstigen Touren, doch oft haben auch solche Wanderungen ihren gewissen Reiz. Wir starten von Ötz aus beim Postparkplatz. Dieser befindet sich gut beschildert gleich nach dem die Straße Richtung Piburg führt – also noch auf der Straße, welche ins Ötztal führt. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig, nicht wirklich günstig, aber gut gestaffelt. D.h. man muss nicht für einen Tag zahlen auch wenn man nur 2h bleibt. Wir nehmen 5 Stunden zu drei Euro. Das sollte ausreichen.

Der Wasserläufer Weg ist gleich angeschrieben. Wir spazieren erstmal Richtung Süden an der Ötztaler Ache entlang. Gleich darauf führt eine Brücke über eben diese. Die nehmen wir aber nicht, weil wir wollen einen schöne große Rundwanderung machen. Also weiter auf der Ache entlang bis wir zu oben gezeigten Wegweisern kommen. Gleich darauf führt uns eine weitere Brücke – die Wellerbrücke über den Bach. Die Geschichte zu dieser wird gern gelesen, hier jedoch nicht verraten.

Haben wir diese hinter uns gelassen wird es gleich einmal ruhiger. Das Moos des Waldes verschlingt das wilde Rauschen des Baches und wir steigen höher und höher. Bis wir nach ca. 150m hart umkämpften Aufstieg schweißgebadet den See erreichen. Im Ernst: auch für Kinder in fast jedem Alter ist das locker machbar. Beim See ist jedenfalls für uns noch lange nicht das Ende erreicht – wir wollen noch weiter den malerischen Wald genießen und den See von oben sehen.

So spazieren wir noch weiter nach oben bis wir zu einem Ausblick, dem Seejöchl kommen und den Blick über den gesamten See schweifen lassen können. Hier kommen wir in den Genuss eines deutschen Touristen, der hier bereits seit dreißig Jahren (damals noch mit seinen Eltern – jetzt mit seiner Frau und seinem zwei Monate altem Kind und Hund) hier her kommt um Urlaub zu genießen. Er ist Anwalt in Bremen, will seinen Hund zum Jagdhund ausbilden, hat vor ca. einem Jahr hier geheiratet, wo am nächsten Tag seine Frau nach einem Vollrausch erklärte sie sei schwanger. Er fährt Downhillbike, würde gern nach Tirol ziehen, hat aber draußen seine ganzen Freunde….
….äh, sorry, schweife ich vom Thema ab? Wieder im Ernst: ich unterhalte mich gern mit euch, aber: eure Lebensgeschichte will hier niemand hören. Zumindest nicht, wenn man sich zufällig trifft und man nur mal kurz zehn Minuten quatscht. Genießt einfach….. und schweigt 😉

Zurück zum Thema. Wir verlassen den Ausblick und kehren zurück zum Forstweg. Von hier aus geht es stetig nach unten und wir halten uns rechts bis wir wieder die Mühle erreichen. Ein schönes Plätzchen, doch mit der Ruhe scheint es hier wiederum vorbei zu sein. Zumindest was die Masse an Menschen angeht. Davon treffen wir hier einige – mit Kindern und Hunden. Gleich darauf kommen wir auch wieder am See an, an dessen linken Seite wir weiter in Richtung Badeanstalt spazieren.

Bei der Badeanstalt ist auch der Kreuzungspunkt unserer Rundwanderung. Wir setzen uns noch für einige Minuten auf eine Bank, essen einen Riegel, trinken einen Schluck und….. weiter geht die Wanderung. Hier nicht rechts von wo wir gekommen sind, sondern wieder einige Höhenmeter bergauf. Aber nicht lange und der Weg schlängelt sich wieder in Richtung Tal. Bald haben wir dann auch wieder die Ache erreicht und der Kreis schließt sich diesmal ein aller letztes Mal.

Fazit:
Mit Hund, mit Kind, teilweise auch mit Kinderwagen, mit Oma, Opa usw…. nehmt euch Zeit, genießt die Ruhe, den Wald, das Moos, den See, den Blick, die Natur. Eine Genusswanderung würde ich mal sagen.
Höhenmeter:
Nicht ganz vier hundert.
Strecke:
Um die neun Kilometer
Dauer:
Da ist alles drin. Wahrscheinlich als Trailrun in 70 Minuten machbar und gemütlich zwischen drei und vier Stunden.

 

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