Bärenkopf

Das Wetter könnte eindeutig besser sein. Wir stehen relativ spät auf – ist immer ein Vorteil, wenn man nicht mit anderen Menschen eine Tour vereinbart hat und auch am Wochenende um sechs Uhr aus den Federn springt (oder kriecht). So ist es bereits neun Uhr, als meine Füße den Teppich vor dem Bett berühren. Gestern wurde die ‘Tour’ am Abend entschieden, nach dem Aufstehen war ich mir nicht mehr sicher, ob wir das machen werden. Um elf Uhr starten wir von der Talstation der Karwendelbahn in Pertisau. Ziel: der Bärenkopf – für das Stanser Joch war es dann heute doch etwas zu spät mit dem Aufstehen.

Gipfelkreuz Bärenkopf

Noch vor kurzem hat ein Arbeitskollege zu mir gesagt, dass dies ein lohnenswerter Gipfel sei. Ich habe auf der Karte nachgesehen: 1.991m und habe gesagt: “Der steht nicht auf meiner To-Do-Liste, da er unter 2.000m ist.” Seine Antwort: “Selber Schuld”. Hm, na ja, welchen Gipfel im Karwendel, der über 2.000m liegt und den ich noch nicht gemacht habe gibt es denn noch? Genug natürlich, aber heute nicht machbar.
Wo war ich stehen geblieben? Ach, ja: am Parkplatz der Karwendelbahn. Also hier geht es dann gleich in den Wald und sowohl der Bärenkopf als auch das Stanser Joch stehen gut angeschrieben: drei bzw. vier Stunden. Theoretisch wäre auch das Joch machbar. “Theoretisch” 😉

Erster richtiger See-Blick-Kontakt

Wir kommen nach ca. 20 Minuten an einen Punkt, an dem ein paar Wege sich kreuzen. Bärenbadalm: 1 1/2h, Bärenbadalm: 1h…. hm, wohin nu? Wir nehmen den Steig links hinauf durch das sogenannte Perchertal (habe ich erst später erfahren, dass das so heißt). Die Alm erreichen wir nach insgesamt (also vom Parkplatz aus gerechnet) einer guten Stunde (1h 8min). Es fängt an zu regnen. Guter Rat ist teuer. Wir stellen uns kurz bei der Alm unter. “Regen” ist übertrieben, aber dennoch: nass. Wir (ich (Mann) = Machtwort) entscheiden uns weiter zu gehen um zu schauen was das Wetter so macht. Eine gute Entscheidung, wie sich nach ca. 10 Minuten bereits herausstellt. Von Regen weit und breit keine Spur mehr.

Bärenbadalm

Der Weg wird etwas gatschig aber es passt alles. Hab ja meine neuen Goretex Schuhe an (zwar zum Laufen gedacht, aber heute zum Ausführen und Testen).
Auf der Alm haben wir noch ein paar wenige Menschen gesichtet – von Weitem. Jetzt ist es dann doch leer, also Menschen leer. Am Gipfel dann kommen uns noch zwei entgegen. Später dann noch beim Abstieg zwei und noch einer.

Tolle Aussicht (wollt jetzt "geil" schreiben)

Nach gut einer weiteren Stunde haben wir den Gipfel erreicht. Wir sehen hinunter auf den Weißenbachsattel und hinüber auf das Stanser Joch. Haben keine Lust runter und wieder rauf zu gehen. Zeitlich würde es sich vielleicht ausgehen. Entscheiden uns dagegen. Erstmal einen Riegel und ein Schnapserl. Dafür suchen wir uns ein halbwegs windstilles Plätzchen aus, damit wir zumindest ein bisschen die Spitze genießen können.

Blick vom Gipfel aus

Ach ja, ein Gipfelfoto natürlich auch noch, aber dann geht es gleich wieder bergab. Komische Menschen begegnen wir auf diesem Weg auch. Ausrüstungstechnisch zumindest. Kann uns aber egal sein. Wieder auf der Alm angekommen entschließen wir uns über den Zwölferkopf abzusteigen. Also diesen erst zu übersteigen um dann endgültig abzusteigen. Und das war wieder eine gute Wahl. Der Rückweg führt nämlich über den sogenannten Tunnelweg – weil man zwei mal durch eine Art Tunnel geht. Ein gemütlich Weg und wirklich lohnenswert. Man hätte auch etwas verlängern und über das Tristenautal (oder Dristenautal) gehen können. Nein…. so war es gut!

Einer der zwei Tunnel

Auf alle Fälle ist er fein zum runter Wandern und es ist immer eine gute Entscheidung wenn man anders runter geht als rauf. Ich mag Rundwege 🙂
Nach insgesamt vier einhalb Stunden sind wir auch wieder beim Auto angekommen. Ich gebe zu: wir haben getrödelt. Aber wir hatten auch Zeit. Zeit zum Genießen und Zeit für…. alles Mögliche…. Fein wars!

Fazit:
Lohnende, feine, nicht allzu lange Tour mit tollen Blick auf den Achensee und ein wenig zum Karwendel.
Höhenmeter:
Knappe 1000. Wenn man es so wie wir macht, etwas über 1.100, da es ja zum Zwölferkopf nochmal rauf geht.
Strecke:
Mit allen Seitenabstechern inkl. Pinkelpausen ein wenig über 14 km.
Dauer:
4 Stunden und 30 Minuten – auch für weniger Fitte in dieser Zeit machbar!

Gipfelbuch mal zwei

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