Seeberg- und Seekarspitze

Herbst, die perfekte Jahreszeit um wandern zu gehen. Und wenn ich schreibe ‘wandern’, dann mein ich auch ‘wandern’. Wandern ist für mich alles was nicht Bergsteigen ist. Man kann auch mit Wandern Gipfel erreichen, so wie diese zwei hier. Ich gebe zu – will aber nicht ausschweifen – dass die Grenze zwischen Wandern und Bergsteigen hier etwas verschwimmt. Für manch einen sind unter Umständen diese Gipfel schon nicht mehr denkbar, für mich ist es Wandern. Aber jetzt Schluss….

Gipfelkreuz der Seebergspitze

….oder besser: legen wir mal los. Also: Start ist in Pertisau, der aller letzte Parkplatz am Achensee. Dort wo man auch weggeht, wenn man zur Goaßalm möchte. Das Wetter könnte besser sein. Die Vorhersagen sind einfach nicht mehr das, was sie einmal waren. Regen ist das Letzte, das ich jetzt brauchen kann. Hab nicht mal eine Regenjacke dabei. Soll ja ein wunderbarer sonniger Herbsttag werden. Der scheint sich aber etwas Zeit zu lassen. Aber weiter im Text. Gleich zu Beginn des Weges sind auch sofort die Wegweiser, damit man weiß wo’s lang geht.

Schwarzer Punkt = schwierig??

Muss dazu sagen, dass ich es in keinster Weise verstehe warum hier ein schwarzer Punkt ist. Denn das interessante ist ja das Schild, das dann da irgendwann später kommt.

Also doch rot?

Also was nun? Dem Weg vom Start bis hin zu diesem Schild kann ich nie und nimmer schwarz geben. Also entweder alles schwarz oder gar nichts. Der Weg führte bis dorthin durch eine Wald und wurde nur ganz kurz mal ein wenig ausgesetzt. Ach was, ausgesetzt auch nicht wirklich. Also ich würde sagen, auch für einen ungeübten Bergwanderer leicht machbar. Und wem das zu viel ist hat in den Bergen im Prinzip eh nix verloren.

Erster freier Blick zum See

Wenn man mal den Wald hinter sich gelassen hat – und das dauert gar nicht wenig lang – kommen die Latschen (Pinus mugo subsp. mugo, Legföhre, Krüppelkiefer, Zunter) und gleich darauf kommt auch schon der Gipfel zum Vorschein.

Erster Blickkontakt

Es sieht von hier zwar noch weit aus, aber man hat dann doch relativ rasch die Spitze erreicht. Hier muss ich dann auch alles anziehen, was ich so mit habe. Das Shirt ist komplett durchgeschwitzt und der Wind pfeift mir extrem um die Ohren. Die wenigen Wanderer, die sich hier oben befinden, bleiben selber auch nicht lange. Ich überlege mir kurz, was ich nun tun soll: weiter zur Seekarspitze oder doch gleich wieder runter. Ich möchte nämlich spätestens um 16:00 Uhr wieder zu Hause sein. Da ich gut in der Zeit bin und für die angeschriebenen drei Stunden nicht mal zwei gebraucht habe, entscheide ich mich weiter zu gehen.

Blick ins Karwendel

Eine wirkliche Gratwanderung ist dies jedoch auch nicht. Eine kleine Passage, bei der man mal die Hände benötigt, aber im Großen und Ganzen gemütlich mal links mal rechts vom Grat. Wobei mir die rechte (dem Achensee zugewandte) Seite besser gefällt. Die ist nämlich windstill 🙂

Blick zurück

Blick nach vor

Nach nicht einmal einer dreiviertel Stunde habe ich dann auch schon den zweiten Gipfel erreicht. Auf diesem Weg begegne ich auch mehr Menschen. Anfangs war ich ja ziemlich alleine unterwegs und erst nach der Baumgrenze habe ich die ersten Wanderer überholt. Auf dem Grat sind es dann doch schon einige mehr und auch auf dem Gipfel ist man nicht mehr alleine. Stört mich jetzt weiter nicht – bis auf das, dass ich kein wirkliches Gipfelkreuzfoto ohne dass jemand anderer auch noch drauf ist, machen kann. Hab jedoch mein möglichstes getan.

Gipfelkreuz Seekarspitze

Der Ausblick ist wirklich toll und man sieht wundervoll ins Karwendel hinein und auch das Rofangebirge mit dem Achensee davor bietet einen wundervollen Blickfang.

Karwendel

Rofangebirge und Achensee

Hier oben genieße ich auch an einer windstillen Stelle meine Jause. Schnaps habe ich leider vergessen. Nach ca. fünfzehn Minuten mach ich mich auch schon zum Abstieg bereit. Ich lass mal alles an, was ich so mithabe. Es dauert aber nicht lange und man ist Wind geschützt und so bin ich auch gleich wieder kurzärmelig. Der Steig ist anfangs felsig und geht dann gleich in die Latschen über, bis halt wieder der Wald anfängt. Ich würde diesen Steig schwieriger als den von der anderen Seite zur Seebergspitze bezeichnen, wenn überhaupt von schwierig die Rede sein kann. Bald darauf habe ich jedenfalls die Seekar Alm erreicht, wo mein Weg weiter Richtung Achenkirch abzweigt. Vorher komme ich jedoch noch bei der Koglalm vorbei. Leider gibt es keinen direkten Weg zum See hinunter und so muss ich bis ans Ende / an den Anfang des Sees marschieren.

Kurz vor Beginn des Gaisalmsteigs

Von dort aus dann weiter über Gaisalm und zurück nach Pertisau. Ist nochmal ein langer Hatscher, aber kein Problem für meine Beine. Man darf jedoch nicht vergessen, dass dies immerhin sieben Kilometer sind und man doch auch einige Höhenmeter (auf/ab) macht. Bin dann auch froh, als ich endlich wieder beim Auto angekommen bin und blicke zurück auf eine rasche aber schöne Tour.

Fazit:
Die Runde so wie ich sie gemacht habe erfordert ziemliche Kondition ist die Strecke ja nicht zu verachten. Anfangs ist der Weg etwas langweilig, da kann ich bei mir zu Hause auch auf die Winklerhütte spazieren – auch nicht anders. Am Grat ist es dann aber wunderschön und man wird mit tollen Ausblicken belohnt.
Höhenmeter:
Insgesamt doch fast 1.600
Strecke:
Fast ein Halbmarathon: 20,5 km
Dauer:
Vom Start bis Ende vergingen bei mir etwas mehr als fünf einhalb Stunden, davon etwas mehr als fünf Stunden Gehzeit inkl. Fotos schießen. Aber nochmal: das ist meine Zeit und ich denke, dass dies eigentlich eine Tagestour sein würde.

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