Rofan – drei Gipfel

Ja, es gibt die Fünf-Gipfel-Klettersteig-Route, ich weiß. Wir wollten jedoch eine Herbstwanderung machen und wurden auf Bergwelten auch fündig. Dort ist diese Wanderung jedoch mit Start bei der Rofan-Bergstation beschrieben. Die achtzehn Euro waren es uns jedoch nicht wert, und wir entschieden die schlappen neunhundert Höhenmeter zu Fuß zurückzulegen. Wir parkten dennoch bei der Talstation – wir hatten vor zumindest runter zu fahren, was wir dann schlussendlich jedoch auch nicht gemacht haben.

beim Aufstieg zur Bergstation

Also von Anfang an: Start ist bei der Talstation der Rofanbahn in Maurach. Hier sind auch gleich unsere bekannten gelben Schilder, welche uns den Weg weisen. Angeschrieben steht jedoch weitaus mehr: Dalfazalm, Buchauer Alm und unser (Zwischen-)Ziel die Erfurter Hütte, welche wir nur von der Ferne dann zu Gesicht bekommen werden. Man folgt also immer den Steig in Richtung Erfurter Hütte.

Erfurter Hütte (denke ich - war ja nicht drüben)

Oben angekommen entscheiden wir uns vom Touristentrubel Abstand zu halten und gehen weiter zur Mauritzalm und trinken dort einen Kaffee. Der Espresso war ein Verlängerter in einer Espressotasse und der Verlängerte war etwas lang verlängert. Die zwei Frauen, die uns bedienten waren jedoch sehr sympathisch, aber es sei mir auch mal erlaubt Negatives zu berichten. Da ich jedoch für den Nusskuchen, welchen ich für nach der der Wanderung reserviert hatte, zu spät kam, kann ich nur über den Kaffee berichten. Also wegen dem (dessen) braucht man nicht die Hütte besuchen. Jedenfalls wäre es fein gewesen, wenn wir gewusst hätten, dass wir um 16:30 Uhr zu spät sind. Sie machen zu, weil sie mit der Bahn runter fahren. Die letzte fährt um 17:00 Uhr. Ich entschuldige mich aber auch auf diesem Weg, dass wir nicht früher gekommen sind und sie uns umsonst den Kuchen reserviert hat, wenn sie ihn denn reserviert hat – wir werden es nie erfahren.

Schön - wenn man von der Schneekanone rechts im Bild mal absieht.

Schön – wenn man von der Schneekanone rechts im Bild mal absieht.

Also weiter auf dem Weg in Richtung… tja, welche Richtung? Schlagt mich jetzt nicht, ich bin mir nicht mehr sicher, ob die Rofanspitze auf den Schildern angeschrieben steht. An sich mache ich Fotos von den Schildern. Hab ich diesmal nicht. Also, falls die Rofanspitze nicht auf den Schildern stehen sollte: den Weg 401 folgen, der ist richtig 🙂

Keine Ahnung, aber sieht nicht wie Tirol aus ;)

Keine Ahnung, aber sieht nicht wie Tirol aus 😉

Zu dieser Zeit ist es auch recht matschig und lettig (also schlammig) und wir sind froh, als wir diesen Teil der Strecke hinter uns haben und steigen ziemlich direkt zur Rofanspitze über den Wiesenhang auf und erreichen diesen nach ca. drei Stunden Wanderung. Zuerst dachten wir, dass wir uns nicht lang aufhalten werden (diesen Gedanken sollten wir allgemein zukünftig gar nicht mehr fassen), doch die Ausrüstung machte es möglich, dass wir ein Gipfelschnapserl zur Stärkung nahmen. Aja: einen Tee haben wir auch noch getrunken, denn der Wind blies uns ganz nett um die Ohren. Und doch war es wirklich sehr schön.

Sonne und Schnee ist immer ein Bild wert.

Sonne und Schnee ist immer ein Bild wert.

Süden vs. Norden

Süden vs. Norden / Schwarz vs. Weiß

Ach… bei drei Gipfel hat man doch ganz nett was zu schreiben. Also weiter im Text bzw. auf dem Kamm. Dies ist grad ein wunderbarer Moment, die Sonne strahlt und wir spazieren im Schnee auf ca. 2.200m mit herrlichen Ausblicken dem Schafsteigsattel entgegen. Als wir auf diesen ankommen merkt man, dass die Bahn auf der anderen Seite (Sonnwendjochbahn) außer Dienst ist. Es führen vom Ziereiner See keine Fußspuren herauf, der Weg ist den Wanderern ohne Hilfe des damaligen Sessellifts wahrscheinlich zu mühsam.

Einfach kitschig

Einfach kitschig

Bei uns geht es dann mal weiter in Richtung ‘Klettersteig’ zum Sagzahn. Warum dieses Wort nun in Anführungszeichen stehen, hat damit zu tun, dass es für mich ein gesicherter Steig ist. Drei Aufschwünge, vier Minuten und erledigt ist der ganze Spaß. Irgendwie nix mit einem Klettersteig zu tun. Vorher hatten wir zwar Bedenken zwecks Eis, dies war jedoch überhaupt kein Problem und nach nicht einmal einer drei viertel Stunde (von der Rofanspitze gerechnet) erreichen wir den zweiten Gipfel.

Blick auf den Ziereiner See - ganz ehrlich: so blau war er gar nicht.

Blick auf den Ziereiner See – ganz ehrlich: so blau war er gar nicht.

Dann gleich weiter Richtung Süden – zuvor natürlich ein Gipfelschnapserl. Eine Jause haben wir auch zu uns genommen und ein wenig die Dohlen gefüttert. Immer wieder dohl (Wortspiel) ihnen zuzuschauen, wie sie die Brotbrocken in der Luft mit ihrem Schnabel fangen.
Den letzten Gipfel unserer heutigen Tour haben wir dann auch gleich erreicht – nicht ganz eine halbe Stunde gemütlich.

Der Gipfel des Sonnwendjochs

Ein schönes Kreuz ziert das Joch

Dann geht es bald über Wiesenschrofen bergab und dann weiter zur Schermsteinalm. Hier dann kurze Orientierungs…. na ja nicht wirklich Probleme, aber Überlegungen. Das Schild zeigte ziemlich genau nach Norden zum Krahnsattel bzw. zur Erfurter Hütte. Davor liegt jedoch ein Stein, der in eine komplett andere Richtung zeigt. Dem Schild oder dem Stein folgen war die Frage. Wir entschieden uns für einen Blick auf die Karte. Wir folgten dem Stein. Zuvor haben wir jedoch das Schild in die andere Richtung gedreht: Erfurter Hütte nach Westen und Rofan nach Süden. Ich hoffe, das passt so 🙂

Unten in der Mitte liegt die Schermsteinalm

Also noch ca. 200 Höhenmeter zum Krahnsattel um dann weiter gemütlich bei der Grubalacke vorbei und wieder zurück zur Mauritzalm, wo wir dann leider erfahren mussten, dass sie jetzt zusperrt. Also keinen Nusskuchen und ab durch die Hecke….

Kurz vor der Mauritzalm

Fazit:
Wunderschöne Rundwanderung mit drei wirklich lohnenden Gipfeln. Für den Weg vom Sagzahn zum Sonnwendjoch ist kurz mal Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefordert und danach sollte man auch nicht wirklich stolpern. Ansonsten stufe ich dies als Bergwanderung ein und nicht als Bergsteigen. Wer die 18 bzw. 20 Euro nicht scheut (wenn die Bahn fährt – jetzt beim Schreiben dieser Worte fährt sie nicht mehr) kann diese Tour ganz gemütlich angehen. Vor allem wenn man die Rofanspitze hinter sich gelassen hat, hat man auch den ganzen Tourismus hinter sich gelassen
Höhenmeter:
Etwas über 1.700. Mit Hilfe der Bahn sind’s nur mehr halb so viele.
Strecke:
Kann ich nicht ganz sagen, weil meine Uhr nicht mehr bis zum Ende durchhielt. Lt. meinen Berechnungen 4,5 km Auf- bzw. Abstieg zur / von der Bergstation und 12 km Rundweg
Dauer:
Na ja, das haben wir uns so nicht gedacht. Vier Stunden von den Bergbahnen hin und wieder zurück -> so steht es auf den Seiten von Bergwelten. Dass die so knackig anschreiben, hätten wir uns nicht gedacht. Für den Rundweg alleine benötigen wir vier einhalb Stunden mit ohne bzw. nur kurzen Pausen. Aufstieg ein einhalb und Abstieg etwas mehr als eine dreiviertel Stunde.

One Comment

  1. nette Herbsttour Axi, das Rofan ist wirklich wieder einmal besuchenswert.
    Berg Heil!
    Rainer

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