Radlseehütte++

Manchmal ist der Weg das Ziel und manchmal sucht man sich den Weg zum Ziel. Das Ziel ist diesmal die Radlseehütte in Südtirol. Start ist beim Garner Wetterkreuz. Und da uns der Weg von dort nach da einfach zu kurz ist – sind ja quasi nur 900 Höhenmeter – sucht man sich einfach eine kleine Verlängerung und einige Gipfelchen dazu aus. Und so wird aus einer nachmittäglichen Hüttenwanderung eine tolle Tour.

Nach einer Stunde Wanderung

Zum Zeitpunkt des Loswanderns wissen wir noch nicht genau welche Strecke wir nehmen. Zwischenziel ist mal die Klausner Hütte. Diese haben wir auch nach gut einer Stunde und zehn Minuten erreicht. Weiter geht es dann in Richtung Latzfonser Kreuz. An einer Weggabelung wird dann nochmal beraten.

Zum Latzfonser Kreuz

Geht sich die Kassianspitze aus oder doch nicht? Die Beratung dauert nur zwei bis drei Minuten und wir entscheiden uns für die kürzere Variante und streben die Lorenzispitze als nächstes Ziel an, welche wir nach knappen 45 Minuten auch schon erreicht haben. Meine Mitstreiter legen ein ziemlich zügiges Tempo an den Tag. Aber es passt so. Zuerst haben wir gedacht, dass wir den Gipfel nur sehr kurz genießen, doch dann kommt zur Freude aller die Sonne zum Vorschein und wärmt uns alle. Ein Gipfelschnaps eine kleine Jause und gleich geht’s weiter.

Von der Lorenzispitze aus

Zu diesem Zeitpunkt wissen wir nicht, wo wir nun entlang gehen müssen / sollen. Also mal herantasten. Man sieht Spuren im Schnee, welchen wir dann auch folgen. Im Prinzip ist die Landschaft so, dass man keinen wirklichen Weg benötigt. Die Richtung muss passen ansonsten stellt das Gelände keinerlei Schwierigkeiten da. Mal etwas nach oben (aui*), etwas nach unten (oui), dann hinüber (ummi) bis man drüben (enten) ist auf dem nächsten Gipfel dem Königsanger. Was uns an dieser Wanderung heute besonders gefällt (taugt) ist das Wetter. Die Farben, die Wolken, der Himmel, die Sonne, die Stimmung – alles zusammen einfach traumhaft. Die Bilder können dies leider nur bedingt mitteilen.

Fotorast

Traumhafte Stimmung

Sonnenschein und Graupelschauer

Allem in allem ein wunderschönes Naturschauspiel, besser hätten wir es gar nicht erwischen können. Auf diesen Gipfel folgt dann nur noch der rasche Abstieg zur Hütte. Es fängt nämlich bereits an zu dämmern und wir sind einer Meinung, dass die Wahl eine gute war. Ein Gipfel mehr hätte uns in die Dunkelheit gebracht. So kommen wir zufrieden auf der Radlseehütte an und wärmen uns in der gastlichen Stube.

Kurz vor dem zweiten Gipfel

Fazit:
Für eine Freitagnachmittagtour, bei der wir schon alleine eine Anfahrt von eineinhalb Stunden haben, haben wir das Beste herausgeholt, was gegangen ist. Mehr geht nicht, echt nicht. Auch wenn man kein so tolles Naturschauspiel hat, wie wir es hatten, ist die Runde lohnenswert. Man wird mit tollen Weitblicken in die Südtiroler Berge belohnt.
Höhenmeter:
1.400 hm — ein Auf und Ab
Strecke:
knappe 18 Kilometer
Dauer:
Wir benötigen für diese Runde ziemlich genau vier Stunden. Aber wie gesagt: ein rasantes Tempo. Man sollte also – ohne jetzt zu übertreiben – denke ich, fast das doppelte veranschlagen.

*die Worte in Klammern sind der tirolerische Ausdruck 🙂

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