Gamsspitzl

A Spitzl auf über 3000m 🙂

Während andere Hochtouren zwischen Gletscherspalten suchen, findet der andere Ruhe auf einem Gipfel gleich in der Nähe. Das Gamsspitzl ist ein benachbarter Berg des Wilden Freigers – ah, den kennst? Also weißt ja, wo man weg geht, wie man hinkommt usw… oder? Egal, ich erzähl es trotzdem! Wir parken nach dem Parklplatz der Graba-Wasserfällen (Stubaital), denn die scheinen überfüllt zu sein. Ist aber leider auch nicht besser, so stellen wir uns mal an den Rand der Straße, wo kein Parken-Verbots-Schild steht. Dann geht es mal los Richtung Sulzenau-Alm und Sulzenauhütte.

Wegweiser zur Bushaltestelle auf knappe 2.191m. Sieht man auch selten.

Zur Sulzenaualm geht es anfangs recht zügig bergauf, eher wir dann auf quasi eine Ebene kommen wo gemächlich der Sulzenaubach dahin plätschert. Am Ende dieser Ebene prasselt ein Wasserfall von der Sulzenauer Hütte herunter und wir wählen so auch den sogenannten Wasserweg, der jedoch auch bald wieder in den Normalweg mündet. Die Hütte haben wir dann nach ca. eineinhalb Stunden erreicht. Dort wird noch kurz ein Kaffee getrunken und über manche Touristen gelächelt, welche sich über sinnlose Dinge beschweren. Dann geht es voran Richtung Osten zum Grünausee, der von der Farbe Grün genau so wenig hat, wie der Himmer über uns.

Grünausee

Auf alle Fälle gehen wir im Osten an diesem See vorbei. Kurz bevor es zu diesem See rauf geht, geht ein anderer Steig weg. Ich denke, das war jener der über die Lübecker Scharte auf den Wilden Freiger führt. Wenn man das liest, dann nur dorthin gehen, wenn man da hin will. Auf die Gamslspitz kommt man so nicht 🙂

Später gelangt man dann auf eine Scharte von der aus man weiter auf die Nürnberger Hütte gelangt. Oder eben zu unserem Ziel.

Vor uns die Seescharte

Wir halten uns jedoch rechts, also süd-westlich. Bin mir jetzt gar nicht mehr sicher, ob unser Ziel angeschrieben steht. Egal, rechts hab ich gesagt…. und bald fängt dann auch die Blockkletterei an. Nichts Gravierendes, vor allem erkennt man auch, dass der Wilde Freiger auf dieser Route wahrscheinlich oder auch schon ziemlich sicher ohne irgendeine Gletscherberührung bestiegen werden kann. Klimawandel sei Dank….

Blockkletterei

Der Gipfel ist sodann bald erreicht und wir stehen auf 3.050m über dem Meer mit keiner einzigen Schneeberührung – ich zumindest, denn ich wollte meine Schuhe nicht nass machen 😉

Das wäre die Schneeberührung gewesen

Oben am Gipfel Jause und Schnaps und zuschauen, wie die Wolken vorüber ziehen, andere Menschen vom Wilden Freiger langsam über den Gletscher im Gänsemarsch herab kommen oder einfach den Blick in die Ferne schweifen lassen. Ein paar Fotos schießen und genießen….

Am Gipfel mit Blick Richtung Freiger

Kein Gipfelkreuz

Bergab geht es am selben Weg. Kurz vor dem Grünausee gehen wir zwar ein klein wenig anders, aber im Großen und Ganzen sonst gleich. So dann müssen wir etwas rascher gehen, weil schon einige Tropfen vom Himmel fallen. Auf der Hütte angekommen geht sich noch ein Weizen ohne Regen aus, doch gleich darauf kommt der Guss. Der Wirt der Hütte meint, dass dies nur ein kurzer Schauer ist und in ca. zwanzig Minuten das ganze Schauspiel vorbei ist. Wir vertrauen auf seine Aussage und warten ab…. Er behält Recht und wir können den Abstieg gleich darauf trockenen Fußes bestreiten….

Nach dem Regen!

Fazit:
Ein Dreitausender in wunderschöner Umgebung und ohne Gletscherberührung. Wer die 1.500 Höhenmeter nicht scheut, macht dies gemütlich an einem Tag, so wie wir. Ich versteh’s manchmal nicht, dass sich manche Menschen so wundern: “Aber runter müsst ihr sie ja auch noch gehen…?” – Zitat eines Wanderers. Ja und? Ich hab doch Zeit – den ganzen Tag!
Höhenmeter:
1.500m! Also 1.500 rauf und 1.500 runter 🙂
Strecke:
Da kommt auch einiges zusammen, weil man ja teilweise keine Höhenmeter macht und so sind’s dann doch fast 23 km
Dauer:
In 7 1/2 bis 8 Stunden machbar. Wir verbrauchen inkl. aller Pausen insgesamt neun einhalb Stunden

p.s. weil ich so spät dran bin mit schreiben: die Tour wurde am 28.08. gemacht. Nur so zur Info!

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