Sunntigerspitze – Bike & Hike von Scharnitz aus

Manche Gipfel im Karwendel sind leicht zu erklimmen doch schwierig zu erreichen. Zu jenen gehört auch die Sunntigerspitze. Mit 2.321m thront sie direkt hinter der Hallerangeralm. Es gibt einige Möglichkeiten die wenigen Gipfel in dieser kurzen Kette, welche uns vom Roßloch trennen zu erreichen. Ein würde über das Lafatscher Joch führen. Das würde bedeuten so weit wie möglich mit dem Rad ins Halltal und den Rest über das Joch zu Fuß. Eine Möglichkeit. Die andere (und für diese entscheiden wir uns) ist jene, von Scharnitz aus. Und zwar mit dem Bike bis zur Hallerangeralm und dann auf den Gipfel.

das Ziel?

Ich muss zugeben: aus ökologischer Sicht ein kompletter Schwachsinn. Zuerst mit dem Auto nach Scharnitz um zwei Stunden dorthin zu fahren, wo wir zu Fuß von zu Hause aus auch hinkommen würden. Wir wollten jedoch einerseits die Strapazen der Radfahrt ins Halltal nicht auf uns nehmen und andererseits uns nicht mit langen Hatschern zurück auseinandersetzen. Und außerdem sollte es einfach eine entspannte gemütliche Tour werden. Also erst mal 14 Kilometer gemütlich zur Kastnalm radeln ehe der steile Schotterweg uns zum Schieben unseres geliebten Rades zwingt. Das ganze Spiel dauert ungefähr zwanzig Minuten, das entspricht in etwa ein wenig über zwei Hundert Höhenmetern. Danach geht es durch eine tolle Landschaft bis hin zur Hallerangeralm. Dann haben wir etwas über 19 Kilometer und 850 hm in den Beinen.

Blick zurück von der Hallerangeralm - links der kleine Lafatscher

Blick zurück von der Hallerangeralm – links der kleine Lafatscher

Hier werden unsere Räder abgesperrt und ich tausche die Radschuhe gegen Wanderschuhe. Dann setzen wir uns kurz in die herrliche Wiese und stärken uns ein wenig bevor es weiter bergauf nach Nordwesten geht. Ein wenig durch Latschen ein gemütlich gut ausgeschnittener (ziemlich breit und neu) Pfad. Bis zum sogenannten Melzerdenkmal führt uns dieser Weg ehe wir unsere Richtung gen Norden wechseln.

Melzerdenkmal

Melzerdenkmal

Das Denkmal erinnert uns an den Bergsteiger Otto Melzer welcher im Jahre 1901 an der Nordwand der Praxmarkarspitze tödlich verunglückte. Weitere Verunglückte sind hier ebenfalls verewigt.
Die Latschen haben von hier an nichts mehr zu sagen und wir sind draußen aus der stickigen Hitze. Ein Blick zurück bringt uns ein Lächeln aufs Gesicht. Genau von dieser Stelle sieht man ein klein wenig den Patscherkofel herausragen. Ein witziges Bild.

Der Patscherkofel hinter dem Lafatscher Joch

Der Patscherkofel hinter dem Lafatscher Joch

Bald steigen wir dann auch der dritten Himmelsrichtung entgegen. Wir drehen uns gen Osten, wo uns der Weg über einen gemütlichen Kamm und kurz über etwas schrofiges (endlich Karwendel typisches) Gelände bis zum Gipfel führt. Oben auf dem Gipfel ist es windstill und die Sonne tut ihriges um uns den Aufenthalt für mehr als eine halbe Stunde gemütlich zu gestalten. So lange verweilen wir selten auf einem Gipfel.

Fast gekünstelt wirkt die Stimmung

Fast gekünstelt wirkt die Stimmung am Gipfel

So dann machen wir uns nach einer wirklich ausgedehnten Rast wieder zum Abstieg. Einkehren tun wir jedoch dann im Hallerangerhaus, da ich die Alm schon gut kenne und im Haus selbst noch nie war. Wir wurden nicht enttäuscht und genossen sehr gute Speck- und Kasknödel so wie zwei Russen. Der Rest: rausrollen nach Scharnitz 🙂

Fazit:
Einer der wenigen Karwendelgipfel, der für ungeübte Bergsteiger mit Leichtigkeit zu bewältigen ist. Für jene, die nicht die notwendige Kondition aufbringen, können auch in einer der zwei Hütten vorab übernachten und so am nächsten Tag die wenigen Höhenmeter machen. Zusätzlich kann man auch noch den zweiten Gipfel, den Reps, mitnehmen.
Höhenmeter:
mit Rad: 850m
Zu Fuß: 540m
Strecke:
Rad: 19km – Raus gibt es auch noch ein kleines Stück, das man treten muss, ansonsten kann man es rollen lassen.
Dauer:
Rad hin: zwei Stunden
Auf den Gipfel: Eine Stunde, zehn Minuten
Bergab: eine Stunde
Rausrollen: eine weitere Stunde.

Comments are closed.