Abruzzen – Campo Imperatore mit Bike

Vorweg möchte ich eines mitteilen: dies ist keine Tour im eigentlichen Sinn. Wir hatten einfach vor mit dem Rad etwas durch die Gegend zu fahren, hatten den Startpunkt fixiert und eine Tour im Kopf. Bis auf den Startpunkt war dann fast alles anders. Und das finde ich, ist das tolle in den Abruzzen: fahr einfach los, schau wo du hinkommst und genieße die Natur! Nur die Karte darfst nicht zu Hause lassen 🙂

Campo Imperatore

Wir starten beim Ort Santo Stefano die Sessanio, der von unserem Domizil bei l’Aquila (italienisch für Adler) in ca. einer halben Stunde mit dem Auto erreicht wird. Eine ungefähre Strecke haben wir im Kopf und wir wissen, es geht erst einmal bergauf. Das Feine hier: es wird nie wirklich steil. Die Steigung ist angenehm und so machen wir die Höhenmeter und auch Kilometer anfangs recht gemütlich.

Erster Ansteig

Auch wenn wir hier gerade mal eine halbe Stunde von der Stadt entfernt sind, merkt man davon überhaupt nichts. Die Straße, die wir fahren ist sogar im Winter gesperrt (lt. Karte) und an uns fahren im ersten Teil der Strecke gerade mal drei oder vier Autos vorbei. Man hat es hier also absolut ruhig und wir bleiben auch immer wieder stehen um die große Weite und die Blumenwiesen, deren Farben sich immer wieder austauschen, mal rot, mal gelb, mal lila,  zu bestaunen.

Blumen - wohin das Auge reicht

Blumen – wohin das Auge reicht

Jetzt hätte ich es fast vergessen zu erwähnen: wir befinden uns natürlich im Nationalpark Gran Sasso dem höchsten Teil der Abruzzen, wo auch der höchste Gipfel des Apennins liegt. Dazu aber in einem anderem Blogeintrag mehr. Wir radeln also mal gemütlich bergauf und gelangen so dann in die Nähe des Rifugio Racollo. Wir befinden uns jedoch in der Zwischensaison und so sind außer Kühe hier nichts zu sehen. Ach doch: zwei Stiere, welche uns nicht sehr freundlich gesinnt aussehen und wir uns entscheiden hier nicht in die Nähe des Rifugio zu radeln sondern gleich weiter unseren Weg bestreiten.

Rifugio Racollo's Kuhherde

Wir kommen dann an eine Kreuzung und da uns unsere Kondition freundlich gesinnt ist, entscheiden wir uns, links Richtung Campo Imperatore weiter  zu fahren. Hier sind wir dann bald an einer “Hauptstraße” und es sind nicht nur mehr ein paar Autos, die an uns vorbei fahren. Aber wirklich viel werden es nie. Wir haben hier ein traumhaftes Panorama und die Wolken bzw. der Nebel der von oben herunter zieht macht es nochmal mehr zu einer Augenweide.

Wir schaffen es auch noch rechtzeitig um richtig in die Nebelsuppe zu kommen, doch das Schauspiel dauert nicht wirklich lange. Danach geht es noch über einige Serpentinen dann doch etwas steiler bergauf und bald haben wir das Campo Imperatore erreicht.

Campo Imperatore

Wie wir einige Tage später erfahren ist dies ein geschichtsträchtiger Ort, da in dem Hotel dort oben Mussolini gefangen gehalten wurde und durch eine deutsche Einheit befreit wurde. Wer mehr davon wissen will findet auf wikipedia den Eintrag Unternehmen Eiche, welches diese Aktion näher beschreibt.

Wenngleich  unsere Tour hier bei weitem nicht endet, halte ich mich für den Rest ziemlich kurz. Wir verlängern unsere Retourfahrt ein wenig. Erstmal zurück zur Kreuzung, an der rechts das Rifugio Racollo liegt. Wir fahren gerade aus weiter und genießen erneut die unendliche Weite des Gran Sassos.

Wie man auf den Bildern immer wieder unschwer erkennen kann: die Tour ist Rennrad und natürlich auch Motorrad geeignet 🙂
Wir fahren weiter Richtung Castel del Monte und kommen wieder bei einem Rifugio vorbei, dessen Namen ich vergessen habe und auf der Karte leider nicht finden kann. Obwohl wir es langsam etwas eiliger bekommen (spät los gestartet), nehmen wir uns immer wieder die  Zeit, die Umgebung zu genießen und natürlich das eine oder andere Foto zu schießen.

grandioser Ausblick

Wir kommen also noch an Castel del Monte vorbei und später kratzen wir Calascio kurz an, ehe wir dann die letzten paar Kilometer zurück nach Santo Stefano di Sessano strampeln und wir zufrieden unsere Tour beenden. So waren dies tolle 75 Kilometer und auch 1.400 hm. Ein wahrliche Tour für Genießer!

Und noch was: gebt doch mal “Tunnel Cern – Gran Sasso” in Google ein. Dann kommt dieses Ergebnis 🙂

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